Medien : Das amerikanische Imperium

Claus Klebers Doku beleuchtet die globalen Ansprüche der USA

Michael Burucker

Selten handelten die USA so eigenmächtig wie nach dem 11. September, selten waren sie in Deutschland so heftig umstritten. Jetzt ist der langjährige USA-Korrespondent der ARD und jetzige Anchorman des ZDF-„heute journals“, Claus Kleber, aufgebrochen, um mit der Reportage „Allmacht Amerika“ die Debatte zu versachlichen.

Kleber und seine Co-Autorin Angela Andersen beginnen mit der typischen USA-kritischen Position: Eine Million Dollar pro Minute verschlinge das Militär. Unser Land, sagt der Befehlshaber des Pazifik-Kommandos, Robert R. Dierker, den der Film mit einem römischen Statthalter vergleicht, trägt die Verantwortung für 43 Länder und rund 60 Prozent der Weltbevölkerung. Ist da ein „neues Rom am Potomac“ entstanden?, fragt Kleber. Bushs Strategin, die Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice, die Kleber zum Interview empfängt, hält von solchen Vergleichen wenig. Sie wiederholt all die Argumente, die im Streit zwischen „Old Europe“ und der Bush-Regierung zur Genüge ausgetauscht wurden. Augenfällig wird hier, wie sehr die politische Debatte festgefahren ist.

Die Autoren suchen daher auch die Provinz auf. Texas etwa, Bushs Heimat. Klebers Stärke, an skurrilen Schauplätzen im Hinterland politische Stimmung einzufangen, kommt da zum Tragen.

Ob es zwischen dem „alten“ und neuen Europa in der Bewertung des Partners Unterschiede gibt, will ZDF-Korrespondent Gerd Helbig im zweiten Teil klären. Titel: „Wie Europa um seine Rolle ringt“.

Kleber wird weiter als Reporter tätig sein. Das ZDF hat der Umtriebigkeit seines Anchormans entsprochen und setzt ihn weiter als Berichterstatter ein.

„Allmacht Amerika“: 23 Uhr, ZDF;

„Wie Europa um seine Rolle ringt“: 3. September, 22 Uhr 45, ZDF

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