Medien : Das Grunzen des Brontoskorpio: Zeitreise auf Pro 7

Simone Schellhammer

Mit einem Trickfilm der gigantischen Art startet der Sender Pro 7 heute Abend einen weiteren Versuch, sich als Dokumentar-Kanal zu profilieren. Die Urzeitmonster, die hier zum Leben erweckt werden, bevölkerten noch vor den Sauriern die Erde, nämlich vor rund 600 Millionen Jahren während des Paläozoikums. Im Wasser lauern vier Meter lange Skorpione, in der Luft knattern Zwei-Meter-Libellen, und durch die Wälder streifen Tausendfüßler mit den Ausmaßen eines Autos.

Eine hübsche kleine Horrorshow, die BBC, Discovery Channel und Pro 7 für fast fünf Millionen Euro hier aus dem Nichts geschaffen haben. Denn auch Produzent Tim Haines von „Impossible Pictures“ gibt zu, dass vieles bei dieser so genannten Dokumentation im Bereich der Spekulation liegt. Zwar gibt es Fossilien- und Knochenfunde, die belegen, dass solche Tiere existierten, doch wie sie genau aussahen oder was sie gar für Geräusche machten, weiß niemand. Wenn also der bunte Brontoskorpio beim Liebesspiel brüllt wie ein Löwe und auch unter Wasser stets wildes Schnappen und Grunzen zu hören ist, dient das ausschließlich der gruseligen Unterhaltung und nicht der Erforschung erdgeschichtlicher Befunde. Doch darum geht es auch nicht, sondern um den erwarteten Quotenerfolg. Die beiden Vorläufer-Filme „Dinosaurier - Im Reich der Giganten“ (1999) und „Die Erben der Saurier – Im Reich der Urzeitmonster“ (2002) sahen bis zu sechs Millionen Zuschauer. Und so wird auch dieser eineinhalbstündige Urzeit-Bombast sein Publikum finden. 13 Monate lang rechneten die Programmierer der Londoner Firma Framestore an der urzeitlichen Tier- und Pflanzenwelt, die mit Effekten protzt und sich auch kleine Scherze erlaubt, wenn etwa beim Angriff eines Raubtiers auf die Kamera das gläserne Objektiv und damit der Fernsehbildschirm quasi zerbricht.

„Die Ahnen der Saurier“: 20 Uhr 15, Pro 7

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