Medien : Das Internet altert mit

Vor allem die Generation „50 plus“ legt kräftig zu

Kurt Sagatz

„Es ist an der Zeit, den Jugendkult im Internet zu stoppen“, sagte am Mittwoch Frank Wagner vom Marktforschungsinstitut TNS Emnid nach der Vorstellung der umfangreichsten Erhebung über die Internet-Nutzung in Deutschland. Das Netz ist inzwischen nicht nur erwachsen geworden, mittlerweile gehört die Generation „50 plus“ zu der am stärksten wachsenden Gruppe im Web.

Gemeinsam mit der Wirtschaftsinitiative D21 hat TNS Emnid für den „(N)Onliner Atlas“ insgesamt 30 300 Deutsche nach ihrer Internet-Nutzung befragt. Das Ergebnis: Während sich das Wachstum auf drei Prozent (gesamt 53 Prozent) etwas verlangsamte, holte vor allem die Generation der über 50-Jährigen kräftig auf. Im Vergleich zum Vorjahr sind nun eine Million mehr Menschen dieses Alters online. Vor allem die 50- bis 59-Jährigen legten zu; 8,2 Millionen Internet-Nutzer gehören zu dieser Altersgruppe. Von den 60- bis 69-Jährigen sind hingegen nur 2,5 Millionen im Netz, und über 70 sind gerade einmal 800 000 Internet-Nutzer. Damit ist die Generation „50 plus“ zwar nun doppelt so stark im Internet vertreten als noch im Jahr 2001, nach wie gehören jedoch zwei Drittel der Menschen über 50 zu den Offlinern. Barbara Schwarze, Vorstand von D21, forderte darum auch attraktive neue Angebote für die Zielgruppe der 50-plus-Surfer. „Es geht nicht nur darum, wie ältere Menschen über das Netz ihre Freizeit organisieren, sondern auch darum, deren Erfahrungen der jüngeren Generation verfügbar zu machen“, so Schwarz.

In der Gruppe der 14 bis 29-Jährigen ist dagegen für 80 Prozent das Internet nicht mehr wegzudenken, und bei den 30 bis 49-Jährigen haben sich fast 70 Prozent mit dem World Wide Web angefreundet. Mit fast 60 Prozent Nutzern hat Berlin im Ländervergleich die Nase vorn. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern.

Die Internet-Nutzung noch weiter zu steigern ist auch Ziel der Bundesregierung. Bis zum Jahr 2006 soll die Quote in Deutschland – genau wie jetzt schon beim Mobilfunk – auf 75 Prozent erhöht werden, erklärte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Alfred Tacke. Nur so könne die positive wirtschaftliche Entwicklung des Internet-Marktes gesteigert werden.

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