Medien : Das Internet, der Tatort und das Geld RTL 2: Werbekunden

sind zurückhaltend

Bei aller Aufregung um den Grundansatz der RTL-2-Sendung „Tatort Internet“ – potenzielle Sextäter, die Kontakt zu Minderjährigen suchen, werden von Journalisten in Online-Chats angelockt – interessant ist auch die Frage, ob der Privatsender mit dem umstrittenen Format Geld verdient. Heute läuft die sechste Folge (21 Uhr 15), drei Ausgaben holten überdurchschnittliche Quoten, sodass der Münchner Sender mit dem Abschneiden der Produktion zufrieden sein kann.

Die Kritik indes verstummt nicht. Kürzlich sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dass sie das Gefühl habe, in der Sendung gehe es mehr „um Quote denn um Sachaufklärung“. Die Sendung sei für die Macher „kein Ruhmesblatt“. Die Werbeindustrie distanziert sich offenbar deutlich von „Tatort Internet“. Die Premiere-Sendung, in der auch Ministergattin Stephanie zu Guttenberg auftrat, wurde absichtlich komplett ohne Reklame gezeigt, in Folge drei brachte RTL 2 zwei Werbeunterbrechungen mit einer Gesamtlänge von sechs Minuten unter. Ein RTL-2-Sprecher bestätigte auf Anfrage des Branchendienstes quotenmeter.de: „Die Werbekunden sind angesichts des sensiblen Themas etwas zurückhaltend. Damit haben wir aber von Anfang an gerechnet.“ „Tatort Internet“ habe ein gesellschaftlich relevantes Thema auf die Agenda gesetzt und sei in der Hinsicht sehr erfolgreich.“ Geld bringe das dem werbefinanzierten Kanal nicht ein. meh

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