Medien : Das Internet draußen genießen

Zahlreiche Funknetze laden zum Surfen im Freien ein. Besonders vorbildlich: der Kurfürstendamm

Birte Hedden,Kurt Sagatz

Internet im Freien galt bislang als eine kostspielige Angelegenheit für Business-Nutzer. Das dies nicht stimmen muss, zeigt das Stadtinformationssystem „Bluespot“, das die Berliner Firma Wall AG am Kurfürstendamm mit zahlreichen Terminals aufgebaut hat, denn dazu gehört auch ein kostenloses Internet-Funknetz. Dieses Wireless LAN erstreckt sich über einen Großteil des Kurfürstendamms und der Tauentzienstraße – und es steht allen Interessierten zur Verfügung. Hier erfahren Sie, wie man das Bluespot-Netz nutzt und welche anderen Kostenlos-Angebote es in Berlin gibt.

WAS BRAUCHT MAN FÜR „BLUESPOT“?

Um per Funknetz im Internet zu surfen, werden im Wesentlichen zwei Dinge benötigt: Erstens ein Zugangspunkt, der das Funknetz bereitstellt und der in der Fachsprache auch „Hotspot“ genannt wird. Zweitens einen Mobilcomputer oder ein Handheldcomputer (ein so genannter „Personal Digital Assistent“) mit einer Funkkarte (Wireless LAN- Karte). Für die Nutzung des Bluespot-Angebotes am Kurfürstendamm braucht man zudem ein Handy, denn sowohl die Registrierungsnummer als auch der auf eine Stunde begrenzte Zugangscode wird per SMS auf das Mobiltelefon gesendet.

WIE WEIT REICHEN DIE FUNKZELLEN?

Anhand der Karte (siehe Grafik) kann man feststellen, wo sich nun genau die Zugangspunkte für das Bluespot-Funknetz befinden. Theoretisch überlappen sich die einzelnen Funkzellen so, dass man am Kurfürstendamm vom George-Grosz-Platz bis zur Joachimsthaler und auf der Tauentzienstraße bis zum Wittenbergplatz immer auch eine Verbindung zum Internet haben sollte. In der Praxis kann die Reichweite der Hotspots durch verschiedene Störquellen und Überlagerungen durch andere Wireless-LAN-Anbieter reduziert werden, so dass man nur in einem engeren Radius um die Bluespot-Punkte auf der Karte eine Verbindung erhält. Für die Wall AG ist der Berliner Pilot, der bald auch in Freiburg installiert werden soll, vor allem als „Einstieg in die elektronische Außenwerbung“ interessant, wie Daniel Wall sagt.

WIE STELLT MAN DIE VERBINDUNG HER?

Besonders einfach funktioniert die Nutzung eines Funknetzes mit einem Laptop, der als Betriebssystem das gängige Windows XP einsetzt. Bei dieser Kombination müssen dann so gut wie keine neuen Einstellungen vorgenommen werden. Nach dem Start des Laptops – ganz wichtig: Wireless LAN muss aktiviert sein – meldet der Computer die jeweils verfügbaren Funknetze und fragt den Nutzer, mit welchem die Verbindung aufgebaut werden soll. Das kostenlose Funknetz am Kurfürstendamm wird durch den Namen „bluespot kostenlos“ angezeigt. Nach dem Klick auf den „Verbinden“-Button warnt Windows XP noch, dass es sich um ein ungesichertes Netz handelt (siehe dazu den Kasten: Sicherheit). Nach dem Schließen dieses Buttons ist der Computer im Netz eingeloggt, er muss allerdings auch noch aktiviert werden.

REGISTRIERUNG UND ZUGANGSCODE

Die Aktivierung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird der Internet Explorer oder auch ein anderer Internet-Browser geöffnet. Entweder ruft man die Adresse www.bluespot.de selbst auf, oder man wählt eine andere Adresse und wird dann ebenfalls auf die Aktivierungsseite geleitet. Dort lässt man sich zuerst den Registrierungscode auf das eigene Mobiltelefon senden, tippt diesen Code in das entsprechende Feld und fordert dann den Zugangscode an. Nachdem man auch diesen eingetragen hat, kann man für eine ganze Stunde das Netz nach Belieben nutzen.

WIE ZUVERLÄSSIG SIND DIE NETZE

So schön auch dieses kostenlose Angebot ist, wer den Computer beruflich unterwegs nutzen will, sollte immer besser über eine Alternative (zum Beispiel: anderes Funknetz, Verbindung über das Handy) verfügen. Unser drahtloser Praxistest in Berlin hat nämlich gezeigt, dass temporäre Überlastungen die Internet-Verbindung bisweilen empfindlich stören können.

WO KANN MAN SONST NOCH PER FUNK SURFEN, UND WAS KOSTET DAS?

Der Großteil der öffentlichen Funknetze wird von kommerziellen Unternehmen wie zum Beispiel der Telekom (www.telekom.de/hotspots) betrieben. Auch in zahlreichen Hotels gehört Wireless LAN mittlerweile zur – meist kostenpflichtigen – Standardausstattung. Anders in den Cafés: Die Gastronomen bieten ihren Gästen WLAN häufig als kostenlosen Zusatz-Service. Dafür vergeben die meisten Einmal-Chipkarten auf denen eine Code-Nummer und ein Passwort stehen, die man zum Einwählen braucht. Auch in einigen Jugendherbergen sind kostenlose „Hotspots“ eingerichtet.

Und was machen die Bildungseinrichtungen? Drei Berliner Universitäten bieten Zugangspunkte für jedermann. Die Universität der Künste will zum Wintersemester einen ersten „Hotspot“ einrichten. Daneben haben sich noch einige so genannte Freifunkinitiativen gegründet. Dazu gehört beispielsweise der Verein „WaveLanBerlin“, der sich um die „Hotspot“-Versorgung im Szenebezirk Friedrichshain kümmert (http://wlanfhain.databang.org – „WaveLanBerlin“ anklicken). Hier lernen Anfänger nicht nur, was sich hinter Begriffen verbirgt, sondern werden auch mit der Technik vertraut gemacht. Dazu gehört auch das Basteln der eigenen Empfangsantenne. Jeden ersten und zweiten Mittwoch im Monat trifft man sich zum Wireless-LAN-Erfahrungsaustausch. Auch für die Berzirke Hohenschönhausen und Weißensee gibt es ein eigenes Bürgernetzwerk (www.wlanhsh.de). Auch deutschlandweit gibt es eine Initiative (www.freifunk.net).

Infos zu Funknetzen in Berlin

www.hotspots-in-deutschland.de

www.hotspot-locations.de

ww.portel.de/hotspot–vatm.

http://mobileaccess.de/wlan

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