DAS INTERVIEW MIT DEM GEWINNER : „Persönliche Geschichten sind Teil der Show“

Herr Marashi, haben Sie nur gewonnen, weil die Zuschauer mit Menowin Fröhlich keinen Ex-Häftling zum Sieger küren wollten?

Nein, das denke ich nicht. Die Zuschauer haben mich gewählt, weil ich kontinuierlich gute Leistung gezeigt habe. Ich war jede Woche textsicher und habe vom Anfang der Sendung bis zum Finale eine gute Performance abgeliefert. Nach so viel harter Arbeit habe ich den Sieg verdient.

Sind es nicht eher die persönlichen Geschichten der Kandidaten als die Gesangskünste, die die Zuschauer bei Shows wie „DSDS“ faszinieren?

Wenn man als Teilnehmer in eine Castingshow kommt, steht man plötzlich in der Öffentlichkeit und keiner kennt einen. Die Fans müssen aber eine Verbindung zu den Teilnehmern aufbauen können, um entscheiden zu können, wen sie zu ihrem Star wählen. Da muss man dann zeigen: „So bin ich. Und entweder, ihr mögt mich so oder halt nicht.“ Das ist wie ein Bewerbungsgespräch.

In dem Sie als Kandidat polarisieren müssen, um zu gewinnen?

Im Endeffekt muss jeder selber überlegen, was er von sich preis gibt. Ich habe nichts erzählt, was ich im Nachhinein bereuen werde. Aber wenn ich im kurzärmeligen Shirt da sitze und Journalisten sehen meine Narbe und fragen, woher die kommt, dann will ich kein Lügner sein und sagen, da hat mich mal eine Biene gestochen. Da bleibe ich bei der Wahrheit und sage, das ist ein Messerstich gewesen. Solche persönlichen Geschichten sind wohl Teil der Show. Und da muss man eben durch – oder man bewirbt sich erst gar nicht.

Kennen Sie Lena Meyer-Landrut?

Persönlich nicht, nur aus dem Fernsehen.

Keine Angst, dass am Ende nicht Sie Deutschlands neuer Superstar sind, sondern Lena Meyer-Landrut?

Das kann man noch nicht sagen. Ich bin gerade erst Superstar geworden und sie ist seit ein paar Wochen ein Star. Aber ich glaube, dass es in der Musikbranche immer Wechsel gibt. Mal steht sie oben, mal steh’ ich oben – und mal steht eben jemand anderes oben.

Das Gespräch führte Sonja Pohlmann.

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