Medien : Das iPhone darf geknackt werden US-Kongressbeamter entscheidet gegen Apple

Besitzer des Apple iPhone in den Vereinigten Staaten dürfen ihre Handys ohne schlechtes Gewissen knacken, um fremde Software zu installieren. Der zuständige Leiter der Bibliothek des US-Kongresses hat das sogenannte „Jailbreaking“ am Montag erlaubt. Für Apple ist das eine Schlappe – der Konzern verliert dadurch die volle Kontrolle über die kleinen Zusatzprogramme, die sogenannten Apps, die einen guten Teil des iPhone-Erfolgs ausmachen.

Bisher konnten Nutzer nur solche Apps auf ihr Handy laden, die der Konzern vorher genehmigt hatte. Jeder Entwickler einer App braucht die Zustimmung des US-Konzerns, damit es die Software in den App-Store schafft. Apple begründete seine Haltung damit, die Nutzer vor schadhafter Software und Betrug schützen zu wollen. Verbraucherschützer sehen in der Praxis eine Wettbewerbsbehinderung und Gängelung der Kunden.

Dieser Ansicht scheint auch der Kongressbibliothekar zu sein. Er prüft, ob die Urheberrechtsgesetze in den USA nicht einen Schritt zu weit gehen. Sollte das im Einzelfall passieren, kann er eine Ausnahme machen – wie jetzt namentlich beim iPhone und anderen Smartphones. Nach der Entscheidung des Kongressbibliothekars können Nutzer, die ihr Handy geknackt haben, nicht mehr vom Unternehmen belangt werden. Wohl aber laufen sie weiterhin Gefahr, ihre Garantie zu verlieren. Welche Konsequenzen die Entscheidung des US-Kongressbibliothekars für iPhone-Besitzer hierzulande haben wird, ist noch nicht bekannt. Der Sprecher der Unternehmensvertretung in Deutschland wollte dazu keine Angaben machen.

Bereits vor der offiziellen Genehmigung war die Anzahl der geknackten iPhones beachtlich. Zehn Millionen sollen es sein, schätzt die Seite cultofmac.com. Und auch Apples strikte Kontrolle bietet keinen absoluten Schutz. Die Citigroup musste ihre iPhone-App wegen eines Sicherheitslecks aus dem Verkehr ziehen. Das Programm speichert persönliche Daten wie die Kontonummer oder Passwörter auf dem Handy. Zu einem Missbrauch ist es nach Angaben der Bank aber nicht gekommen. dpa/sop

APPLE INC.]

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