Medien : „Das ist nur ein Vorwand“

Nathalie, Harald Schmidts Französin, ist jetzt Ansagerin

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Herzlichen Glückwunsch, Sie haben einen neuen Job gefunden: bei Arte. Was machen Sie eigentlich genau?

Ich rede mit Leuten über Sendungen, die Arte am Abend zeigt und die ich für besonders gut halte. Doch das ist eigentlich nur ein Vorwand, um ins Gespräch zu kommen...

…als aufgelockerte Programm-Ansage…

…genau. Heute waren wir in Karlsruhe, und ich habe mit Passanten über Tschechows „Onkel Wanja“ gesprochen. Am 30. August, wenn Arte eine Aufführung des Stückes ausstrahlt, laufen vorher meine kleinen Interviewsequenzen.

Sie und die anderen Mitarbeiter von Harald Schmidt haben in den letzten Shows offensiv auf der Bühne nach einem neuen Job gesucht…

…ja, das war Haralds Humor: die Gelegenheit zu nutzen mit ein bisschen Selbstironie.

Hat Arte sie daraufhin angesprochen?

Nein, ich habe Arte angesprochen. Ich berichtete mal für die Schmidt-Show von den Filmfestspielen in Berlin, da habe ich einige Journalisten von Arte kennen gelernt.

Sie waren Schmidts Praktikantin. Oder spielten Sie das bloß?

Am Anfang war ich es wirklich. Ich kam ja schon drei Monate, bevor es losging, zur Show. Später war ich angestellt: Ich habe die Sendung mitvorbereitet, kleinere Recherchen gemacht...

…und Sie saßen in der Telefonzentrale. Wenn man in der Redaktion anrief, hoben Sie ab…

…bei Schmidt fanden sie es lustig: Eine arme Französin muss die Anrufe entgegen nehmen, versteht aber nichts. Am Schluss habe ich es nur nebenbei gemacht, es kamen auch viel weniger Anrufe.

Bevor Sie zu Schmidt kamen, hatten Sie in Frankreich bereits eine eigene Radioshow.

Ja, eine Art Comedy-Show bei einem kleinen Radio im Ort Dax am Atlantik, wo ich herkomme. Sie hieß: „Schade, dass es keinen Teppichboden gibt.“ Ich habe dort die regionalen Prominenten ziemlich kritisch interviewt. Damals habe ich gelernt, dass keiner mehr kommt, wenn man zu frech ist.

Haben Ihre früheren Kollegen von Schmidt auch Jobs gefunden?

Viele. Manuel Andrack, der Redaktionsleiter, sitzt an einem Buch übers Wandern, Suzanna schreibt für eine Schweizer Zeitung und Dr. Udo Brömme ist noch bei Schmidts Firma „Bonito“ angestellt, er schreibt Gags für „Was guckst du?!“ mit Kaya Yanar. Auch ich arbeite bei Arte mit einem Autor der Schmidt-Show zusammen, Robert Paus.

Das Interview führte Barbara Nolte.

Nathalie Licard , 40, gehörte zur HaraldSchmidt-Familie, als französische Stimme, als Interviewerin, als Reporterin. Von heute an sorgt sie bei Arte um 20 Uhr 15 für „Nathalies Geheimtipp“.

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