Medien : Das wichtigste Update des Jahres

Mehr Sicherheit durch neuen Internet Explorer. Auch vom Konkurrenten Firefox gibt es eine neue Version

Kurt Sagatz

Für viele PC-Nutzer ist es das am häufigsten genutzte Programm des Computers überhaupt: Das Internet-Zugangsprogramm, das den sperrigen Namen Internet Browser trägt, ist das Tor zur virtuellen Welt mit ihren Milliarden von Webseiten. Die meisten Windows-Nutzer durchschreiten dieses Tor mit dem Internet Explorer von Microsoft. Die aktuelle Version 6 war jedoch nicht nur in die Jahre gekommen. Viel schlimmer war, dass sie in letzter Zeit fast nur noch durch Negativschlagzeilen über immer neue Sicherheitslücken aufgefallen ist. Diese Pannen sowie die Antipathie vieler PC-Nutzer gegen die Dominanz von Microsoft hat dem Konkurrenzprogramm Firefox – das es seit einigen Tagen in der Version 2.0 gibt – zu unerwartet großer Popularität verholfen. Doch nun schlägt Microsoft zurück. Seit Mittwoch gibt es den neuen Internet Explorer 7.0 auch in der deutschen Version. Und weil dieses Programm nicht nur eine Reihe komfortabler Zusatzfunktionen enthält, sondern zugleich viele potenzielle Sicherheitslücken schließt, ist es das wichtigste Update des Jahres. In diesem Beitrag erfahren Sie, was man über den neuen Internet Explorer, aber auch über die Firefox-Version wissen muss.

INTERNET EXPLORER 7.0

Der wohl wichtigste Grund für den Wechsel zum neuen Internet Explorer 7.0 ist die Sicherheit. Gegenüber der Vorläuferversion wurde der Schutz vor Angriffen aus dem Internet stark ausgebaut. Auf einen Virenscanner kann man zwar auch mit dem neuen Internet Explorer nicht verzichten. Dennoch ist der zusätzliche Schutz vor Viren und Spyware unerlässlich, weil die Schädlinge immer häufiger nicht nur über E-Mails, sondern direkt über Internetseiten verbreitet werden. Das Internetprogramm bietet zudem einen Filter, der vor möglichen Phishing- Angriffen warnt. Dabei handelt es sich um gefälschte Internetseiten zumeist von vermeintlichen Banken und Finanzdienstleistern, die zur Herausgabe von Passwörtern und Transaktionsnummern verleiten sollen. Um die Privatsphäre besser zu schützen, können im neuen Internet Explorer zudem gespeicherte Kennwörter sowie der Verlauf der Internetsitzung komfortabel entfernt werden. Neu ist aber auch die aufgeräumtere Oberfläche des Browsers. Damit ist es nun auch dem Internet Explorer möglich, mehrere Internetseiten in einem statt in mehreren Programmfenstern zu öffnen. Das wird als Registernavigation oder Tabbed Browsing bezeichnet. Auch der Umgang mit Nachrichtenleisten – so genannten RSS-Feeds – ist nun möglich. Ebenfalls sinnvoll: die überarbeitete Druckfunktion, die Seiten an die Breite des zu bedruckenden Papiers anpasst. Der neue Internet Explorer läuft unter Windows XP mit installiertem Service Paket 2. Das Programm ist 14,5 Megabyte groß und kann seit Mittwoch von der Microsoft-Homepage geladen werden. Es soll in Kürze auch über die Windows-Update-Funktion angeboten werden.

www.microsoft.com/germany/ie7/

DIE ALTERNATIVE: FIREFOX 2.0

Zunächst einmal sollte man wissen, dass es bei Internet Browsern keine Entweder-oder-Entscheidungen gibt. Es können also auch mehrere Internetzugangsprogramme nebeneinander betrieben werden. Allerdings kann nur eines das Hauptprogramm sein, das als Standard geöffnet wird, wenn man beispielsweise im Mail-Programm einen Internetlink anklickt. In den Optionen der jeweiligen Programme wird festgelegt, welches Programm diese Aufgabe erfüllt. Aber nicht nur deswegen ist es auch als treuer Internet-Explorer-Nutzer kein Fehler, die neue Version des Konkurrenzprogramms Firefox 2.0 zumindest probeweise einzusetzen. Viele der neuen Funktionen des Internet Explorers, die es bereits seit langem bei der Firefox-Vorgängerversion gab, wurden weiter verbessert. Dazu gehört der Umgang mit der Registernavigation und die Navigation durch RSS-Nachrichtenleisten. Optisch wurde beim Firefox 2.0 die Oberflächengestaltung durch plastischere Funktionsknöpfe und Reiter angepasst. Das Aussehen kann überdies durch neue Themen aus dem Internet individualisiert werden. Zu den sinnvollen Neuerungen gehört ferner die Rechtschreibprüfung, mit der Eingaben in Formularen und in Online-Mailprogrammen geprüft werden können.

www.mozilla-europe.org/de/

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben