Medien : ddp-Mitarbeiter klagen gegen ProSiebenSat1

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Der Betriebsrat der insolventen Nachrichtenagentur ddp will gegen ihre frühere Muttergesellschaft ProSiebenSat 1 Media AG klagen. Hintergrund ist ein Sozialplan, der im Dezember 2004 von ProSiebenSat1, deren Tochterunternehmen und Betriebsräten erstellt worden war. Ohne diesen Vertrag und den damit verbundenen Schutz hätten die Mitarbeiter von ddp dem Verkauf ihres Unternehmens kaum zugestimmt, so der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Leifheit am Mittwoch in Berlin.

Der Vertrag betrifft alle Mitarbeiter der Agentur, unabhängig davon, ob sie bei der „neuen“ ddp weiterbeschäftigt werden. „Der Konzern drückt sich vor den Abfindungsansprüchen der Mitarbeiter“, sagte Leifheit. Man habe versucht, die Angelegenheit außergerichtlich zu regeln. Dies sei aber an der mangelnden Kooperationsbereitschaft der AG gescheitert: „Die Gruppe will ihrer sozialen Verantwortung nicht nachkommen.“ ProSiebenSat1 wiederum hat darauf gepocht, dass ddp keine Tochtergesellschaft mehr sei und daher alle Ansprüche erloschen sind. „Daran halten wir auch jetzt fest. Die ddp heute ist ein ganz anderes Unternehmen“, sagte Pro7Sat1Sprecherin Katja Pichler dem Tagesspiegel.

Es geht um eine Summe von 7,612 Millionen Euro, von der 148 Mitarbeiter profitieren könnten. Mehr als 70 Anspruchsberechtigte hätten schon Anklage erhoben. Die Anträge sollen nach Ostern bei den Arbeitsgerichten eingereicht werden. Nach Ansicht der ddp-Anwälte haben die Kläger gute Chancen, sich vor Gericht durchsetzen zu können. Deshalb hoffe man auch, dass ProSiebenSat.1 kurzfristig noch einlenken wird. jer

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