Medien : Demonstration gegen den Kapitalismus

Ich war damals bei der Volkspolizei im Osten. Ich hatte Dienst im Revier 11 in der Jägerstraße. Über das Telefon hörten wir, dass es an den Grenzübergängen immer voller wurde. Anweisungen von oben hatten wir keine, wir haben uns selber geführt, auf der Ebene der Reviere. Nach der Pressekonferenz von Schabowski kamen dann die Autos. Am Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße standen die bis zur Jannowitzbrücke. Die Leute machten auch übers Brandenburger Tor. Eine Streife rief mich an und fragte, was sie machen sollte. Ich sagte: „Lasst die Leute laufen.“ Nach der Wiedervereinigung wurde dann die Polizei in Ost und West zusammengelegt. Und die Untersuchungen kamen. Ich war sauber, aber in meiner Dienstgruppe waren zwei IMs. Menschlich war das eine schwierige Zeit.

BERND SEIFERHELD (56)

Polizeioberkommissar aus Berlin-Friedrichshain

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