Medien : Der Apple-Check

Musikfans und Computer-Nutzer denken über einen Umstieg nach. Aber auch Macs gehen kaputt

Ole Meiners

IPods, wohin man schaut. Das handliche, mobile Abspielgerät bringt Millionen Musikfans mit der Möglichkeit, tausende von Songs überallhin mitzunehmen, nicht nur neue Hörgewohnheiten (demnächst soll es sogar videofähige Geräte geben), sondern auch den Apple-Rechner Mac wieder verstärkt ins Gespräch. Der iPod mache diese alternativen, angeblich virensicheren Computer interessanter, heißt es. Doch wie gut sind die Apple-Rechner wirklich? Was kann der Mac, was nicht, was wird er vielleicht noch können? Und wie sieht eigentlich – im Vergleich zum allgegenwärtigen Marktführer Microsoft/Windows – der Reparatur-Service bei Apple/Mac aus?

WIE VIEL MAC, WIE VIEL WINDOWS-PC?

Der iPod-Fan fragt sich: Meinen Abspieler mag ich nicht missen, die Software dazu funktioniert nach meinem Geschmack – jetzt überlege ich, ob ich vom Windows-PC zum Mac wechseln soll. Worauf lässt man sich da ein? Apple nennt zwar keine Verkaufszahlen, doch verzeichnet der Hersteller die größten Zuwachsraten im Hardware-Geschäft. Neben dem iPod verkauft sich der Mac Mini-Rechner gut, ebenso die Laptop-Serien iBook und PowerBook. Analysten gehen davon aus, dass Apple beim Weltmarktanteil die Fünf-Prozent-Hürde im nächsten Jahr nehmen wird.

WAS LEISTEN DIE PROZESSOREN?

Apple will demnächst mit Pentium-Prozessoren arbeiten (wie Microsoft in seinen Windows-Rechnern). Für Sommer 2006 plant Apple die Markteinführung erster Computer mit Intel-Chips. Vor allen die Laptop-Serien werden von Intels stromsparenden Prozessoren profitieren. Der Mac Mini könnte mit einem Pentium 50 Euro billiger produziert werden.

LÄUFT AUF MAC AUCH WINDOWS?

Mit einem „Intel inside“ machen die Macintosh-Computers einen großen Schritt zur besseren Windows-Kompatibilität. Veteranen, die das alte Betriebssystem von IBM kennen, erinnern sich an die Möglichkeit, mit Windows zu starten oder es in einem eigenen Fenster zu nutzen. Das wird bald zur Realität am Mac. Zurzeit ist es bloß mit einem Programm namens „virtual PC“ möglich, Windows-Programme zu benutzen.

MIT DER MAC-ANSCHAFFUNG WARTEN?

Der Intel-Mac kommt also 2006. Lohnt es sich vorher noch, einen Mac zu kaufen? Wer viel Software besitzt, insbesondere Spezialprogramme, die es für den Mac nicht gibt, sollte abwarten. Wer bloß das Textverarbeitungsprogramm Word & Co. braucht, der kann sofort umsteigen. Wie beim Neuwagenkauf gilt die Regel für Vorsichtige: Nicht aus dem ersten Produktionszyklus kaufen, da ist die Quote an Defekten relativ hoch.

APPLE IN DER WERKSTATT: WIE LANGE?

VIP-Behandlung darf man nicht erwarten, wenn der Apple mal in die Werkstatt muss. Apple hat zwar in einer US-Umfrage die Bestnote für Kundenzufriedenheit erhalten, trotzdem kann es sein, dass das Gerät über Wochen in der Werkstatt steht. Im letzten Winter machte der europaweite Servicepartner für die mobilen Macs Pleite, bei den Apple-Händlern stapelten sich defekte iBooks und PowerBooks – und nicht jeder Händler darf auch reparieren und bei Apple Tauschteile bestellen. „Die Zahl der ,Montagsgeräte’ steigt“, sagt Marlene Buschbeck-Idlachemie. Aus Leserzuschriften weiß die stellvertretende Chefredakteurin der „Macwelt“, dass der Umtausch eines defekten Geräts kurz nach dem Kauf nicht problemlos ist. Es gibt da den Fall des neuen iMacs mit einem Lüfterproblem, der seit vier Wochen in der Werkstatt auf Ersatzteile wartet.

FEHLER BEIM NEUEN IPOD-MODELL

Der neue, bleistiftflache, noch kleinere iPod nano (ab 199 Euro) soll Displayprobleme haben. Apple hat eingeräumt, dass etwa jedes 100. Gerät einen Displaydefekt haben könnte. Betroffene Kunden sollen Ersatz erhalten. Jüngst hat der Hersteller schon Akkus für Mobilrechner zurückgerufen. Anders reagierte Apple bei zahlreichen Kundenbeschwerden zu einem PowerMac-G5-Modell. Trotz einer eigens eingerichteten Website von Anwendern schwieg man am Firmensitz Cupertino monatelang.

BEKOMMT MAN ERSATZ?

Wer kann es sich schon leisten, für Wochen auf seinen Computer zu verzichten? Grundsätzlich bekommt man kein Apple-Leihgerät, aber die Händler kennen die Problematik: „Viele unserer Kunden sind selbstständig und auf ihren Mac angewiesen“, sagt Gravis-Sprecher Markus Brückner. „Meistens finden wir dann eine Lösung, die beide Seiten zufrieden stellt.“ Mit einem regelmäßigen Backup und einem Zweit-Mac sind Anwender auf der sicheren Seite.

WIE FLEXIBEL SIND ZUSATZGERÄTE?

Viele Interessierte warten mit dem Mac-Kauf, brauchen aber jetzt einen neuen Drucker. Den kann man weiterbenutzen, wenn auf der Verpackung ein Hinweis steht. Selbst, wenn der Mac eine Digitalkamera nicht direkt erkennt, über einen externen Kartenleser liest er immer die Speicherkarte der Kamera aus. Als Faustregel gilt: Benötigt das Zubehör unter Windows XP keine speziellen Treiber oder die alten Seriell- bzw. Parallelschnittstellen, dann ist das Zubehör (Drucker, Kamera etc.) sehr wahrscheinlich kompatibel. Im Zweifelsfall mit dem Händler einen Umtausch vereinbaren.

WER HILFT BEI PROBLEMEN?

Eine gute Adresse ist der Händler, das englischsprachige Internet-Forum von Apple (s. unten) und die deutschsprachigen auf macwelt.de sowie macnews.de. Wer unter seinen Bekannten keinen Mac-User hat, findet eventuell bei www.berliner-mactreff.de Anschluss.

Hilfe im Internet:

http://discussions.info.apple.com

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