Der Ball ist ECKIG : Alte Talente und talentierte Neue

Matthias Kalle

Am Sonntag forderten wir an dieser Stelle Talente für die Fernsehübertragung der EM, gestern begann das Turnier dann nicht nur für Italien, Holland, Frankreich, sondern auch für Mehmet Scholl. Scholl ist der Neue in der Experten-Orgie von ARD und ZDF, er stand neben Reinhold Beckmann, und das Verblüffende: die beiden Männer hatten das Gleiche an. Vielleicht kurz zu Beckmann: Die Älteren erinnern sich, dass der ja vom Sport kommt, lange bevor er „Beckmann“ wurde. Mit der Sendung „ran“ revolutionierte er die Art und Weise, wie Bundesliga-Fußball im deutschen Fernsehen auszusehen hat – unter Beckmann war Johannes B. Kerner, lange bevor er „Kerner“ wurde, ein sehr guter Sportmoderator. Und dass Reinhold Beckmann, wenn er denn will, immer noch ein sehr guter Sportmoderator sein kann, bewies er vor, während und nach dem Gurken- Kick Frankreich gegen Rumänien. Nein, meckern konnte man gestern über Beckmann nicht.

Konnte man über Scholl meckern? Man darf es ja schon nicht, denn Mehmet Scholl hat aus nicht nachzuvollziehenden Gründen das beste Image aller deutschen Fußballer. Den finden ja alle irgendwie super, der hört ja quasi nur gute Musik, der soll ja so schlau und lustig und ganz anders sein. Falls das stimmen sollte, hat man davon bei seinem ersten Auftritt nichts gemerkt und es könnte ja auch passieren, dass Scholl im Fernsehen das bleibt, was er im Fußball immer war: ein ewiges Talent, das seine kompletten Fähigkeiten nie so richtig zeigen konnte.

Die Holländer wiederum, die zeigten ihre Fähigkeiten gegen Italien, es war das beste Spiel des Turniers bisher, ein Genuss für den Fernsehzuschauer, ein Grund dafür, dass der Fußball allein manchmal ausreicht, um uns einen großen Abend zu bescheren und all das Gemecker und die Kritik beiseite kickt. Blöderweise hat just Steffen Simon dieses Spiel kommentiert. Matthias Kalle

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