DER BALL  ist eckig : Es ist ja nur ein Spiel

Nichts nervt so so, wie oberflächliche Fußball-Kommentare von verhinderten Sportreportern. Um mit anderen Interessierten ins Gespräch zu kommen, ist es sogar häufig hilfreich, sein Unwissen zu offenbaren und auch mal naive Fragen zu stellen.

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Pseudo-Experten sind die neuen Rüpel auf der Fan-Meile. Bierernste Fachsimpeleien von Teilzeit-Fans, die vielleicht gerade erst angefangen haben, sich mit dem Spiel zu beschäftigen, treiben sensible Fußball-Liebhaber weg von der Meile nach Hause zum Fernseher. Denn nichts nervt sie so, wie oberflächliche Kommentare anzuhören, die vor Nichtwissen nur so strotzen. Deshalb sollte sich jeder prüfen, ob er von den anderen nicht doch als Klugscheißer und Besserwisser wahrgenommen werden könnte und im Zweifel den Mund halten. Das gilt natürlich besonders bei Menschen, die im angetrunkenen Zustand bösartig redselig werden.

Nicht nur beim Fußball, aber auch da gilt: Man kommt bei anderen viel besser an, wenn man bereit ist, auch mal zuzuhören, Fragen zu stellen, anstatt sich selber eitel als verhinderter Sportreporter darzustellen. Gerade auch, wenn man nicht wirklich viel weiß über das Spiel und sich vor allem von der fröhlichen Massenparty angezogen fühlt, sollte man sich nicht scheuen, Unwissen zu offenbaren und auch mal naive Fragen stellen. Es ist ja viel besser, miteinander zu reden, als einander anzupöbeln. Hassgesänge und Häme gehen gar nicht, es ist ja trotz allem nur ein SPIEL, und das sollte bei aller Spannung auch SPASS machen. Deshalb ist es ganz wichtig, dass man es nicht ausnutzt, um andere herabzusetzen, zu kränken oder sonst wie zu verletzen.

Geleitet vom kategorischen Imperativ sollte man anderen nicht antun, was man selber nicht erfahren möchte. Für einen echten Fan ist es schlimm genug, wenn die eigene Mannschaft verliert. Da muss man nicht noch nachtreten. Da könnte man sogar den Anhängern der gegnerischen Mannschaft mal mit einem aufmunternden Wort durch die Trübsal helfen, irgendein Kompliment über einen doch sehr gut gespielten Ball. So wird der Fußball für alle zum Fest. Elisabeth Binder

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