Der Ball ist ECKIG : Frauenkörper im Rumpel-Outfit

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Und wie eckig der Ball sein kann, fällt besonders beim Blick auf die Spielerinnenschultern auf: Noch immer erst den halben Weg zurückgelegt, vom teutonischen Männerfußball zum Frauensport aus eigenem Recht! Mädels, warum lasst ihr euch diese Trikots gefallen? Das Zeug, das euch der DFB noch kurz vor der WM spendierte, ist zwar schon ein Fortschritt, wenn man es mit den Herrenanzügen vergleicht, die ihr all die Jahre auftragen musstet. Aber „femininer“ und was dergleichen Versandhausfloskeln sind, die bei der Vorstellung der neuen Kollektion im Frühjahr bemüht wurden? Vor Jahrzehnten verboten die Funktionärsmachos den Frauenfußball, weil sie ums graziöse, ewig Weibliche fürchteten. Das scheint ihnen heute gründlich wurscht zu sein. Lore Barnhusen jedenfalls, Nationalspielerin von 1956, sah in ihrem bundesschwarzweißen Polohemd eindeutig besser aus als heute ihre Enkelinnen auf dem Feld. Diese Stutzen, diese Schlotterhosen und am schlimmsten eben: Die Trikots! Die Leichtathletinnen werden seit Jahren in Sportunterwäsche ins Stadion geschickt und frau möchte sich einfach ständig fremdschämen deswegen – die Waschbrettbäuche der männlichen Läufer und Springer bleiben unerklärlich züchtig bedeckt. Doch Silvia Neids Frauen laufen erkennbar in Rumpel-Outfit auf.

Was also tun? Den Halsausschnitt vergrößern, die Ärmel kürzen, das Ganze taillieren. Im klassischen T-Shirt-Schnitt, der T-Form eben, machen 99 Prozent aller Frauenkörper eine ganz schlechte Figur. Barbie-Püppchen will niemand, und dass Make-up kein gutes Zuspiel ersetzt, führt Lira Bajramaj ja gerade vor. Aber anziehen wie die Männer, das ist auch kein Zeichen guten Selbstbewusstseins. Diese Frauenmannschaft braucht einen Mann, der was von der Sache versteht. Karl Lagerfeld, übernehmen Sie! Wenn bei Ihren Bemühungen noch etwas für die Männeruniformen deutscher Polizistinnen abfällt: desto besser! Andrea Dernbach

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