Der Ball ist ECKIG : Schluss. Schade Schluss. Endlich

Joachim Huber

Aus, aus, aus, das Spiel ist aus. Jürgen Klopp und Urs Meier haben beim Halbfinale Deutschland – Türkei ihre letzte Expertise für das ZDF abgegeben. Fundiert und dosiert, wie Klopp agiert hat, werden die Zuschauer ihn vermissen, diese Mischung aus Balljunge, kundigem Trainer und Fernsehmensch. Ist der Stuttgarter beim elektronischen Medium gar besser aufgehoben, jetzt, da er vom Narhalla-Verein Mainz zum Stahl-undKohle-Klub Borussia Dortmund wechselt? Da zählt vieles, doch der TV-Experte zählt nichts. Daumendrücken, dass Klopp nicht beides bereuen muss – das Ende beim Bundessender, den Anfang beim Bundesligisten.

Moderator Johannes B. Kerner macht beim ZDF weiter, er wird künftig Oliver Kahn an die Hand nehmen. Denn das konnte und kann der Volkstribunenhafte – die beigeordneten Experten entschlossen durch eine Vielstunden-Übertragung führen. Die Expertise ist ja Hochamt, im Ersten mit Superintendent Günter Netzer besetzt, der zwar als bleicher Gegenentwurf zu Klopp zwischen Bestattungsunternehmer und Charakterkopf changiert, aber eben Respekt heischt. Nur Netzer könnte sagen, „wir sind Experte“.

Das ging bei Klopp nicht, der ist erst 41. Und er musste nicht nur auf Kerner hören, sondern auch auf Meier aufpassen. Der Ex-Schiri verirrte sich in seinen Sätzen, wie es sonst nur der Stoiber kann, mit sagenhaftem Gleichmut biss Meier seine erwartbaren Schlussendlich-Erkenntnisse ins Mikrofon. Täuscht der Eindruck, dass Klopp vom GlitschKopf zunehmend genervt war? Dieses Herunterblicken auf den Schweizer, das war strenge Lehrer-Schüler-Attitüde, wenn Meier sich beim Spielsystem erkannte, korrigierte Klopp ihn mit kaltem, knappen Satz. Er ließ den Schweizer von sich abtropfen, abblitzen ging ja nicht – da war Kerner vor. „Kloppo“, wir danken dir. Urs Meier, wir trennen uns im einseitigen Einvernehmen. Joachim Huber

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