Der Ball ist ECKIG : Zeit, mal Danke zu sagen

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Letzter Tag der Fußball-WM, Zeit, sich zu bedanken. Danke also, Dank an Claus Lufen von der ARD, dass er beim Interview mit Philipp Lahm nach dem deutschen Halbfinal-Aus kein Autogramm verlangte. Nach Lufens Auftritt mit schwarz-rot-goldenem Wikingerhelm auf dem Kopf hatte man, nun ja, so die eine oder andere Befürchtung. Dank auch an Oliver Schmidt vom ZDF, dass er auch mal kommentierte, ohne zu hyperventilieren. Schließlich hätte man nach der Partie Dänemark – Japan schwören können, dass Schmidt direkt vom Wochenmarkt weg verpflichtet worden war, weil er am lautesten Bananen angepriesen hatte.

Dank auch dem Menschen, der offenkundig durchgesetzt hatte, dass der Begriff „verrücktes Spiel“ auf den Index kam. Zu Bundesligazeiten kreischen Kommentatoren inzwischen ja schon bei einem falschen Einwurf „verrücktes Spiel“. Dank selbstverständlich auch an Jürgen Klinsmann. Sehr rücksichtsvoll, dass er sich wegen einer Erkältung zurückhielt. Damit blieben mehr von diesen Kommentaren erspart, die auch jeder Kreisliga-Trainer sagen könnte.

Dank ein zweites Mal, Ehre, wem Ehre gebührt, an Claus Lufen für die Frage an Lahm nach dem Halbfinal-Aus: „Ist jetzt für Sie ein Riesentraum geplatzt?“ Ja, sagte Lahm. Tatsächlich, er sagte : ja. Da flossen natürlich noch mehr Tränen von Fans. Denn jetzt erst wussten sie, welchen Schmerz Lahm erleiden musste.

Aber der innigste Dank, ganz ohne Häme, geht an Günter Netzer für seine unsterblichen Worte. Sonor gesprochen und deshalb in der Wirkung umso majestätischer empfunden just in der Sekunde, als die ARD das Eintreffen des deutschen Mannschaftsbusses so spannend vermittelte, als würde der Papst in kurzen Hosen vom Himmel schweben. In diese Atmosphäre brummte Netzer: „Tja, so sieht es halt aus, wenn Leute aus dem Bus steigen.“ Schlicht großartig.Frank Bachner

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