Medien : Der Beinahe-Atomkrieg

Beim ZDF wird die Kuba-Krise zum Doku-Drama

Antje Kraschinski

Heute vor 40 Jahren hielt der damalige US-Präsident John F. Kennedy im amerikanischen Fernsehen die wohl wichtigste Rede seines Lebens. Er unterrichtete seine Landsleute und den Rest der Welt darüber, was im Weißen Haus schon seit Tagen für Krisensitzungen gesorgt hatte: Die Sowjetunion war dabei, 36 atomare Mittelstreckenraketen auf Kuba zu stationieren, bereit, die USA zu erreichen und zu zerstören. Um zu verhindern, dass weitere Atomraketen nach Kuba gelangten, verkündete Kennedy eine Seeblockade der Karibikinsel und drohte mit militärischen Maßnahmen, falls die Raketen nicht wieder verschwänden. Am nächsten Tag kam es zur Konfrontation auf hoher See, die „Kuba-Krise" erreichte ihren Höhepunkt. Das Doku-Drama „Die Nervenprobe" (ZDF, 20 Uhr 15) von Guido Knopp, Günther Klein und Stefan Brauburger zeichnet den Verlauf der Kuba-Krise minutiös nach, aus amerikanischer wie aus russischer Perspektive. Der Film freilich ist keine Dokumentation, sondern ein „Doku-Drama", vermischt Originalaufnahmen und Interviews mit nachgestellten, gespielten Szenen. Weil den Filmemachern trotz Zugang zu amerikanischen und russischen Archiven „entscheidende Aufnahmen und Schlüsselszenen" fehlten, haben sie diese mit 16 mm-Kameratechnik und altem Filmmaterial nachgedreht und nachgestellt.

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