• Der Fall Brender: Chefredakteure: "Massiver politischer Eingriff in die Unabhängigkeit“

Der Fall Brender : Chefredakteure: "Massiver politischer Eingriff in die Unabhängigkeit“

Drei Tage vor der Entscheidung über die Zukunft von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender hat der 60-Jährige Rückendeckung von namhaften Kollegen erhalten.

Drei Tage vor der Entscheidung über die Zukunft von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender hat der 60-Jährige Rückendeckung von namhaften Kollegen sowie vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) erhalten. 17 deutsche Erstunterzeichner der im Frühjahr verabschiedeten Europäischen Charta für Pressefreiheit, darunter die Chefredakteure Thomas Osterkorn und Thomas Petzold („Stern“) sowie Mathias Müller von Blumencron („Der Spiegel“), wandten sich am Dienstag gegen „einen massiven politischen Eingriff in die Unabhängigkeit“ des ZDF. Brender soll nach dem Willen von ZDF-Intendant Markus Schächter weitere fünf Jahre im Amt bleiben. CDU-Politiker, allen voran Hessens Ministerpräsident Roland Koch, hatten sich gegen eine Vertragsverlängerung ausgesprochen, unter anderem wegen der Quotenentwicklung im ZDF-Informationsbereich. Koch ist gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrats, der am Freitagnachmittag im Einvernehmen mit dem ZDF-Intendanten, wie es in den Statuten heißt, die Personalentscheidung treffen wird.

Der DJV-Vorsitzende Michael Konken warnte Koch und die anderen Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrats „noch einmal eindringlich davor“, sich zu einer Verletzung der im Grundgesetz verankerten Rundfunkfreiheit im Fall Brender hinreißen zu lassen. „Der unabhängige Chefredakteur, der Herr Brender ist, darf nicht zugunsten eines parteiischen Chefredakteurs verdrängt werden“, sagte Michael Konken. dpa/Tsp

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