Medien : DER FERNSEH Tipp

Thomas Gehringer

„Betrüger, Erpresser, Terroristen“. ARD-Dokumentation, 23 Uhr 45. Das Internet wächst und wächst. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kriminalität im weltweiten Datennetz rapide zunimmt. Das Bundeskriminalamt zählte 2005 insgesamt 4643 Internet-Delikte im Bereich Wirtschaftskriminalität, 73 Prozent mehr als im Vorjahr. Oliver Schmid und Markus Seitz, die Autoren der ARD-Dokumentation „Betrüger, Erpresser, Terroristen“, leisten eine eindrucksvolle Bestandsaufnahme. Beispiel Niederlande, 2005: Drei Jugendliche hacken sich bei rund 20 Millionen Rechnern ein, plündern Konten und erpressen Firmen. Die jährlich weltweit verursachten Kosten durch Internetkriminalität schätzt D. K. Matai, ein Sicherheitsexperte aus London, auf mittlerweile 220 bis 260 Milliarden Dollar. Die Autoren sprechen mit Opfern und überforderten Ermittlern, aber auch mit einem mutmaßlichen Täter wie Axel G., dessen Trojaner „Agobot“ einen immensen Schaden anrichtete. Und was ist mit Cyberterrorismus? Schmid und Seitz sammeln Bedrohungsszenarien und mahnende Aussagen wie die von Matai. Fünf oder zehn Menschen mit Computern können mehr Schaden anrichten als eine Armee mit 100 000 Soldaten, so lautet eine Erkenntnis. Etwa durch kombinierte Anschläge: Bombenattentate verbunden mit Angriffen auf Versorgungs- und Kommunikationseinrichtungen. Hier wird die Dokumentation zwar spekulativ, aber dass auch Terroristen sich des Internets zu bedienen wissen, ist schließlich kein Geheimnis.

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