Medien : Der Gewalt ausgeliefert

Das ZDF zeigt vier neue Kommissar-Beck-Folgen

Kurt Sagatz

„Kommissar Beck – Vier neue Folgen nach Motiven von Sjöwall/Wahlöö“, so kündigt das ZDF die Fortsetzung der erfolgreichen Krimi-Reihe am Sonntagabend an. Oft bleiben solche Fortsetzungen, bei denen Drehbuchschreiber die Entwürfe der Schriftsteller weiterführen, trotz guter literarischer Gene hinter dem Original zurück. Aber auch das Gegenteil passiert, so wie bei „Zerschlagene Träume“, dem Auftaktfilm der Beck-Reihe – obwohl anfangs die Skepsis überwiegt. Kommissar Becks Nachbar, der Mann mit Dauer-Halskrause, hat Zahnpasta mit Haftcreme verwechselt, als er sichtlich verwirrt an Becks Tür klopft und von Beck (Peter Haber) verlangt, er solle ihm das Gebiss aufbrechen. Als er dann auch noch bei Beck einziehen will, kommen schlimmste Slapstick-Befürchtungen auf. Doch die bewahrheiten sich nicht, denn in diesem Thriller ist Ironie oder jede andere Form von Humor fehl am Platz: Monika Everdag, Mutter zweier Kinder, wird von ihrem Lebensgefährten misshandelt. Nachdem sie brutal zusammengeschlagen wurde, flieht sie mit den Kindern aus der Wohnung. Später wird dort eine Leiche gefunden, bei der es sich jedoch nicht um den Gewalttäter, sondern um ihren Ex-Mann handelt.

Häusliche Gewalt, die Hilfs- und Hoffnungslosigkeit der Frauen, das Ausgeliefertsein – dieser Beck steht in bester Tradition von Maj Sjöwahl und Per Wahlöö, wenn es darum geht, schwierige soziale Probleme zu behandeln. Und diese Gewalt ist nicht an soziale Schichten gebunden, wie Becks Assistent Gunvald Larsson (Mikael Persbrandt) bei den Ermittlungen erfährt. Denn nach außen tritt der Ehemann von Gunvalds Schwester als liebevoller Familienmensch auf. Doch auch bei ihm weiß man nie, was unter der Oberfläche brodelt.

„Kommissar Beck: Zerschlagene Träume“; Sonntag, ZDF, 22 Uhr. Weitere Folgen am 12., 19. und 26. 11.

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