Medien : Der Hammer und die Droge Jesus

-

Die Zahl der Menschen, die im christlichen Glauben ein sinnliches Erlebnis suchen, steigt auch hierzulande. Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt haben sich im Sommer 2003 rund 10000 Jugendliche vor dem Brandenburger Tor zu einer Massenandacht versammelt, bei der sie immer wieder ihre Liebe zu Jesus beschworen. In ihrem Film „Jesus’ junge Garde“ schildern Jobst Knigge, Britta Mischer und Tita von Hardenberg, wie die evangelikale Bewegung „The Call“ aus Amerika in Deutschland Fuß fasst und Jugendliche in der „Holy Revolution School“ zu Missionaren ausbildet. Dort verschreiben sie sich der Bibeltreue und konservativen Regeln, wie dem Verzicht auf Alkohol und vorehelichen Sex.

Die Autoren filmen die Jugendlichen auch dabei, wie sie auf der Straße schließlich Gleichaltrige missionieren wollen und zeigen, dass sie damit auch Erfolg haben. Im Vordergrund steht die Irrationalität dieser Bewegung. Der Film will selbst auf fast missionarische Art und Weise nachweisen, wie sich die Jugendlichen einer freiwilligen Gehirnwäsche unterziehen. Es geht ihnen nicht um die kritische Auseinandersetzung mit ihren Werten. Vielmehr versetzen sie sich immer wieder selbst in Euphorie. Ihr Seelenzustand kann auch schnell in Hysterie ausarten: Einige fangen an zu weinen, andere lachen und wieder andere werden sogar ohnmächtig. Eine Gläubige ruft freudestrahlend aus: „Von Drogen high sein ist nichts dagegen. Das ist alles nur Nachahmung. Das Wirkliche findet man bei Gott. Das ist der Hammer!“ Ein Streifzug zu „The Call“-Anhängern in den USA zeigt, welch radikales Ausmaß dieser Fanatismus annehmen kann.elk

„Jesus’ junge Garde“, heute, ARD, um 23 Uhr 30

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben