Medien : Der Kuli des Ostens

Heinz Quermann, der große DDR-Showmaster, ist gestorben

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Heinz Quermann, der kleine Dicke, war der größte Entertainer der DDR, man nannte ihn den „Kuli des Ostens“, und das war noch ziemlich untertrieben. Denn eigentlich gehörte der gelernte Bäcker samt Ambitionen als Musiker und Schauspieler mit seiner Ausdauer und Vielseitigkeit ins GuinessBuch der Rekorde. Seit den fünfziger Jahren moderierte er im Rundfunk erst die „Schlagerlotterie“ und dann die „Schlagerrevue“ – mit 1731 Sendungen war dies bei 36 Jahren Laufzeit die längste Hitparade der Rundfunkgeschichte. „Heinz, der Quermann“ wirbelte sich wie ein Kugelblitz durch die erste DDR-Fernsehshow „Da lacht der Bär“, er führte (mit Margot Ebert) durch die legendäre Weihnachtssendung „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“, in der er alle 35 Jahre wieder seinen Zuschauern zehn Minuten vor Schluss der Unterhaltungsshow empfahl, die Kartoffeln vom Feuer zu nehmen. Quermann, zu DDR-Zeiten mehrfach zum Fernsehliebling gekürt und vor zwei Jahren mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt, hatte schon vor Urzeiten intensiv jene Talente-Suche betrieben, die heute im Getöse um den „Superstar“ endet: „Herzklopfen kostenlos“ nannte sich die Sendung, in der mehr als 1600 junge Talente ihrer ersten Chance entgegenzitterten.

Heinz Quermann, umtriebig „der Kleine mit der großen Schnauze“ , war weit und breit der einzige, der mit seiner im Ländle nicht gerade üppigen Professionalität seine Jobs erledigte. Wenn irgendwo ein Mikrofon oder eine Kamera stand, lief der schlagfertige Spaßvogel zu großer Form auf – 2500 Mal in Funk und Fernsehen und in 7500 Veranstaltungen. „Ich habe mich des öfteren quergelegt, lag gelegentlich auch schief, aber wusste trotzdem immer, wo es lang ging“. Gestern starb Heinz, der Quermann, mit 82 Jahren. Lo.

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