Medien : Der RBB darf auf Jan Lerch verzichten

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Der Moderator Jan Lerch hat nach einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung beim RBB. Ein Antrag des „Abendschau“Moderators, nach Auslaufen seines Vertrages zum Jahresende weiter zu arbeiten, wurde zurückgewiesen, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Lerch wollte erreichen, noch im Januar zu moderieren. Die Entscheidung lag dem Sender am Dienstag noch nicht vor, teilte der RBB ergänzend mit. Hintergrund ist, dass Lerch bereits in den Dienstplänen für den ersten Monat des Jahres stand. Laut Gericht hat der Moderator als „arbeitnehmerähnliche Person“ aber keinen Beschäftigungsanspruch. Der Moderator sagte, er werde Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen. Der RBB hatte Lerch vorgeworfen, seine „Loyalitätspflicht eklatant verletzt“ und den Sender sowohl intern als auch in der Öffentlichkeit herabgesetzt zu haben. Dies hatte Lerch zurückgewiesen. Der Sender hatte seinem freien Mitarbeiter Lerch mitgeteilt, ihn nicht länger als Moderator auf dem Schirm zu beschäftigen.

Auch das Landgericht Berlin beschäftigte sich am Dienstag mit dem Fall des Moderators in einem Eilverfahren. Dabei ging es um den Vorwurf mangelnder Loyalität und öffentlicher wie senderinterner Herabsetzung, wie sie der Sender Jan Lerch vorwirft. Dies hatte er zurückgewiesen. Nach der einstweiligen Verfügung darf der Sender laut Lerch nicht mehr sagen, die Nicht-Weiterbeschäftigung des Moderators habe nichts mit seinem Engagement als Vertreter der freien Mitarbeiter zu tun. Wie RBB-Sprecher Ulrich Anschütz dazu mitteilte, habe das Gericht Lerchs Antrag dennoch im Wesentlichen nicht stattgegeben. Der RBB dürfe weiterhin öffentlich sagen, dass Lerch sich illoyal gegenüber dem Sender verhalten und ihn senderintern und öffentlich herabgesetzt habe. Das Gericht verbiete dem RBB nur, den Eindruck zu erwecken, die Lerch vorgeworfene Illoyalität habe nichts mit seinem Engagement für die freien Mitarbeiter zu tun. „Dem RBB ging es stets nur darum deutlich zu machen, dass Lerch durch die Art und Weise, wie er dieses Engagement vertreten hat, die Grenzen seiner Loyalitätspflicht verletzt hat“, sagte Anschütz. „Diese vom Gericht verlangte Klarstellung widerspricht nicht der Intention des RBB.“ dpa/Tsp

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