Medien : Der Sicherheitscheck

Viren, Würmer, Spam: Mit dem Site Advisor lässt sich jede Internetadresse in wenigen Sekunden überprüfen

Kurt Sagatz

Wäre es nicht wünschenswert, die Sicherheit einer Internetseite zu überprüfen, in dem man die Adresse eingibt und über die Ampelfarben grün, gelb und rot erfährt, ob man die Seite eventuell mit Vorsicht genießen sollte? Das haben sich jedenfalls eine Reihe von Wissenschaftlern des renommierten Massachusetts Institute of Technology in den USA gedacht. Sie wollten ihren Familien ein einfaches Werkzeug an die Hand geben, um sich gegen die vielfältigen Bedrohungen aus dem Internet zu schützen – allen voran Gewalt, Pornografie, Viren, Würmern, Trojanern und Spam-Mails. Inzwischen haben sie dieses Ziel mit dem „Site Advisor“ (Seiten-Ratgeber) auch erreicht.

MEHR ALS EIN ANTIVIRENPROGRAMM

Die Technik des Site Advisors setzt dort an, wo Antivirenprogramme und andere Sicherheitswerkzeuge aufhören. Um den Sicherheitsstatus einer Seite zu erfahren, wird die Adresse entweder in das entsprechende Feld auf der Internetseite des Site Advisors eingegeben oder man installiert ein Werkzeug, das dann in den Internet Explorer oder den Firefox-Browser integriert wird. Seit einiger Zeit gehört der Site Advisor zum Sicherheitsunternehmen McAfee, das nun die nötigen Mittel für den Betrieb des Sicherheitswerkzeugs bereitstellt.

VOM SITE ADVISOR GEPRÜFT

Der Sicherheitscheck des Site Advisors funktioniert über verschiedene automatische Tests, mit denen die Webseiten auf Herz und Nieren geprüft werden. So kann es bereits ausreichen, eine Webseite im Browser anzuschauen, um den PC mit einem Virus zu infizieren. Um herauszufinden, ob diese Gefahr besteht, werden darum von der Webseite Dateien heruntergeladen und analysiert. Ferner werden die auf den Seiten untergebrachten Formulare ausgefüllt, um zu überprüfen, ob es danach zu Spam-Mails kommt. Zusätzlich haben die Entwickler einen Bereich eingerichtet, in dem andere Webnutzer ihre Erfahrungen mit einer Webseite hinterlassen können.

SO GEHEN SIE VOR

Ein Beispiel: Gibt man im Advisor-Formular die Adresse msn.de an, so erhält man eine detaillierte Ergebnisseite. Ganz oben befindet sich das Ampelsymbol, das in diesem Fall aus einem Haken auf grünem Untergrund besteht – was eindeutig auf eine vertrauenswürdige Webseite schließen lässt. Zudem erfährt der Nutzer auf den ersten Blick, wo die Site beheimatet ist (Großbritannien) und wie stark sie frequentiert wird (einige Benutzer). Danach geht es ans Eingemachte. So erfährt man unter anderem, dass man monatlich vier E-Mails erhält, wenn man seine Adresse auf msn.de hinterlässt. Ferner wird angegeben, dass die zum Download angebotenen 13 Tools allesamt frei von Viren oder Spam waren. Auch die Links zu weiteren Webseiten können dem Advisor zufolge ruhig angeklickt werden. Am Ende folgt das Urteil: Diese Seite ist nicht schädlich, auch wenn sich darauf „zu viele Cookies von Dritten befinden“, wie es in den Kommentaren der Nutzer heißt. Wer einmal die Gegenprobe für eine bedenkliche Seite machen möchte, sollte beim Site Advisor die Adresse gozilla.com in das Formularfeld eingeben (nicht in das Adressfeld des Browsers, sonst gelangt man direkt dorthin und setzt sich den Risiken aus, die vom Site Advisor ermittelt wurden).

DIE ERGEBNISSE IM DETAIL

Neben der Ergebniszusammenfassung wirft der Site Advisor auch Detailanalysen aus, zum Beispiel über die zum Download angebotenen Dateien. Über diesen Service erfährt man, ob eine Datei die Such- oder die Startseite des eigenen Browsers verändert oder ob nach der Installation eventuell Schaltflächen, Taskleisten oder Addons verändert werden. Über eine leicht verständliche Grafik wird der Nutzer anschaulich über den „Störfaktor“ der Dateien informiert. Genauso einleuchtend sind die Informationen in der Advisor-Kategorie „Störende Praktiken einer Webseite“. Bei MSN wird zum Beispiel bemängelt, dass beim Aufruf der Seite ein Popup-Fenster geöffnet wird. Zudem wird der Nutzer über die verschiedenen Einstellungsdateien (Cookies) informiert, die beim Aufruf der Seite auf den eigenen PC übertragen werden sollen. Bei MSN sind es immerhin gleich acht, wobei einige eindeutig werblichen Charakter haben. Eine ähnliche Detailansicht existiert auch zur E-Mail-Analyse, die unter anderem Auskunft über den „Spam-Faktor“ einer Seite gibt.

www.siteadvisor.de

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