Medien : Der Solitär

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„Der Mann ist einfach genial.“ Alles klar? Alles klar, es geht um Harald Schmidt und seinen aktuell größten Verehrer: Kay Sokolowsky, bislang nicht weiter aufgefallener Journalist und Buchautor aus Hamburg. Aber er hat ein bemerkenswertes Traktat geschrieben: „Late Night Solo. Die Methode Harald Schmidt“. Das Buch prunkt mit kniefälliger Heldenverehrung und ganz scharfer Polemik gegen alles und jeden, der meint, er müsse sich mit dem „Solitär“ vergleichen, sich in dessen Glanz sonnen, ihn – Gott bewahre – kritisieren. Nun ist haltloses Lob, über 160 Seiten gezogen, langweilig. Sokolowsky hähmt aber brillant und analysiert Sequenzen mit staunenswerter Genauigkeit, so präzise hat das noch kein SchmidtApologet gemacht. Das Buch ist vor der Nachricht von der Rückkehr des Entertainers geschrieben worden. Das ist kein Schade, die Schmidtianer wissen jetzt noch genauer, warum die Zeit ohne ihn eine verlorene Zeit war. Schmidt „hat nämlich“, bemerkt Sokolowsky, „kein anderes Publikum als ein verliebtes“.jbh

Kay Sokolowsky: Late Night Solo. Die Methode Harald Schmidt. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2004. 160 Seiten, 7,90 Euro.

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