Medien : Der Streik, nur eine Medienkampagne

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Herr Schönenborn, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien besonders geärgert?

Wie mustergültig uns die Gewerkschaft Verdi mit ihrer Medienkampagne zum Streik reingelegt hat. Selbst in der „Tagesschau“ konnte man manchmal den Eindruck bekommen, ganz Deutschland drohe der Stillstand. Dabei findet der Streik doch in den meisten Bundesländern unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Und dass die Arbeitszeitverlängerung 250 000 Arbeitsplätze kosten soll, hat meines Wissens auch noch keiner nachgerechnet. Die „taz“ hat mich dann wenigstens mit einer hübschen Überschrift versöhnt: „Die 18-Minuten-Terrine“.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Was ich jetzt plötzlich über die Vogelgrippe lese. Toll, wie schnell wir von der Panikmache zur Sachlichkeit gefunden haben. Selbst „Bild“ titelt: „Was jetzt jeder wissen muss.“ Aufklärender Journalismus in großen Buchstaben.

Jörg Schönenborn ist Chefredakteur WDR-Fernsehen.

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