Medien : Der Tagesspiegel

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ZU MEINEM ÄRGER

Herr Wessels, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über die Tatsache, dass Frank Schirrmacher in der „FAZ“ vom Mittwoch seinen Lesern eine verbale Hinrichtung des Autoren Martin Walser vor den Kopf geknallt hat, ohne ihnen die geringste Chance zu geben, den Sachverhalt aus eigenem Vermögen beurteilen zu können. Was auch immer von dem „politischen“ Walser zu halten ist: Solche Methoden in der „Frankfurter Allgemeinen“ wirken auf mich mehr als befremdlich. Und dann war da noch der ARD-Mann Georg M. Hafner, der am Donnerstagabend in den „Tagesthemen“ einen absolut niveaulosen Kommentar zu diesem Thema auf seine Zuschauer herabsalbaderte.

Gibt es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Am Freitag hat die „Süddeutsche Zeitung“ mich mit dem deutschen Feuilleton wieder versöhnt. Wer verstehen will, was auf der einen Seite Walser treibt und auf der anderen die „FAZ“, wird hier auf zwei Seiten großzügig bedient.

Der Journalist und Autor Herbert Wessels war zuletzt Chefredakteur der „Berliner Morgenpost“.

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