Medien : Der Tagesspiegel

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Herr Uecker, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Als ob das gestrige Ende der „Berliner Seiten“ in der „FAZ“ nicht traurig genug wäre, musste sich auch noch Georg Gafron – nicht gerade ein Vertreter des Berliner Qualitätsjournalismus – am Dienstag mit einem so hämischen wie dämlichen Kommentar zu Wort melden. Dem aus finanziellen, nicht journalistischen Gründen gescheiterten Versuch der „FAZ“, einen „jüngeren“ Journalismus zu fördern, bezeichnet Gafron als „,taz’ in der ,FAZ’“, verantwortet von einer „Garde der ,Rechts leben und Links reden’- Schwätzer“. Mal abgesehen davon, dass wohl nur der Verfasser dieses pseudo-dichtomischen Aphorismus weiß, was „rechts leben“ wirklich bedeutet, entbehrt es nicht einer gewissen Komik, auch nur irgendeinem „FAZ“-Ressort zu unterstellen, es sei politisch besonders „links“. Und die Behauptung, dass das Ende der „Berliner Seiten“ ein „gutes Omen für den 22. September“ sei (so Gafron), ist in ihrer polemischen Maßlosigkeit dann vielleicht doch noch ein Kompliment für Florian Illies & Co.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Drei Filmreihen der ARD, die wieder mal die Stärke öffentlich-rechtlichen Fernsehens demonstrieren: Die Robert-van-Ackeren- und Rainer-Werner-Fassbinder-Retrospektiven wie auch die Reihe mit schwulen Filmen (mittwochs). Wenn auch leider nur zu später Sendezeit. Und dass alle WM-Spiele dieser Woche im deutschen Free-TV live zu sehen waren…

Georg Uecker ist freiberuflicher Schauspieler (u.a. Dr. Carsten Flöter in der „Lindenstraße“), Fernsehredakteur und Producer (unter anderem. „Blond am Freitag").

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