Medien : Der Tagesspiegel

NAME

Herr Gafron, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Ein Dauerärger ist für mich die unbekümmerte Einseitigkeit Vieler in der Berichterstattung über den Nahost-Konflikt. „Da stoßen erneut israelische Truppen im Westjordanland vor“, „wieder kamen bei Gefechten unschuldige palästinensische Zivilisten (Kinder) ums Leben“, „israelische Soldaten belagern die Geburtskirche in Bethlehem“, „wieder richten Israelis völkerrechtswidrig einen palästinensischen Aktivisten durch Fern-Exekution hin“ („Frankfurter Rundschau“, „Süddeutsche Zeitung“).

Wie die Israelis auch immer auf den palästinensischen Terror reagieren, sie sind die Schuldigen. Marschieren sie in die Zentren der Selbstmord-Schulen ein, handeln sie unverhältnismäßig. Bestrafen sie die Hintermänner des blutigen Terrors gegen Israel aus der Ferne, sind sie zynische Verletzer des Völkerrechts. Die Motive für diese Art „Journalismus“ mögen unterschiedlich sein, – revolutionär-romantische Verklärung der Palästinenser aus alten Apo-Tagen, subtile Relativierung des Holocaust durch Daueranklage Israels – vergessen wird immer, dass Israel die einzige funktionierende Demokratie in der Region ist. Und sich fundamentalistisch-fanatischen Gegnern gegenübersieht.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Allensbach sieht den Stellenwert der Familie wieder steigen. Super-Meldung – nur kaum gedruckt.

Georg Gafron ist Chefredakteur der Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben