Medien : Der Tagesspiegel

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Es gibt den schönen Satz: „Die Krise als Chance nutzen.“ Worin könnte diese Chance bestehen?

Strukturen, die über die Jahre zum Teil ohne erkennbaren Nutzen gewachsen waren, zu hinterfragen, aufzubrechen - um dann besser zu sein als vorher. Wir haben mit der Zusammenführung der Redaktionen von „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“ die Krise als Chance genutzt. Der Aufruhr und die Skepsis auch in der Branche waren groß. Nun sind die kritischen Stimmen verstummt – und das Interesse an unserem Modell groß, denn man merkt: Beide Zeitungen werden noch besser als vorher.

Vieles in der Medienlandschaft hat sich verändert oder existiert gar nicht mehr. Was vermissen Sie?

Johannes Gross.

Können Sie einem jungen Menschen guten Gewissens raten, Journalist zu werden? Wenn ja: Bitte geben Sie ihm einen Tipp.

Journalismus ist der mit Abstand schönste Beruf der Welt. Ich würde ihn immer wieder ergreifen. Mein Tipp: Arbeiten, arbeiten, arbeiten.

Welches Medium / welches Ressort / welche Sendung / welcher Journalist macht Ihnen im Moment Hoffnung?

Die „Berliner Morgenpost“ als modernste Lokalzeitung Deutschlands, das „FAZ“-Feuilleton als Bastion der ungeschundenen Sprache, Bild.T-Online.de als größter Marktplatz im Internet und unser neu gegründetes Nachrichtenmagazin in Polen, das auf Anhieb den Marktführer überholt hat und nach sechs Monaten Geld verdient.

Geht diese Krise auch wieder vorüber?

Natürlich. Je kreativer wir sind, desto schneller. Es bleibt nicht alles, wie es war. Und das ist doch eine gute Nachricht.

Mathias Döpfner ist Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags.

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