Medien : Der Tagesspiegel

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Worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Dass die Medien nicht mehr tun konnten, um die nun allseits beklagten Schäden im Zusammenhang mit der Ablösung von Telekom-Chef Sommer zu begrenzen. Die Wahlkampfstrategen von Stoiber und Schröder haben darauf spekuliert, die Medien für sich zu instrumentalisieren. Das ist zwar missglückt, aber der Respekt vor kritischen Medien und mündigen Wählern war nicht so groß, Populismus erst gar nicht entstehen zu lassen. Vielleicht hilft der Schaden wenigstens, die Politik künftig zu mehr Zurückhaltung bei der Besetzung von Führungspositionen in Kommunikationsunternehmen zu bewegen, vom ZDF bis zur Telekom.

Gab es auch etwas, worüber sie sich freuen konnten?

Dass eine Medienseite, diesmal in der „Süddeutschen“, darstellt, welchen Einfluss die Telekom mit ihrem Werbebudget und ihrem Netzwerk an Verbindungen auf die öffentliche Meinungsbildung nehmen kann. Publizität ist das beste Mittel gegen Missbrauch wirtschaftlicher Macht. Die journalistische Unabhängigkeit gerät in Phasen der Konsolidierung und Konzentration in Gefahr.

Hans Hege ist Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

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