Medien : Der Tagesspiegel

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Worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Am meisten habe ich mich darüber geärgert, wie die Leitung der Tour de France mit dem tödlichen Unfall auf der Etappe von Bazas nach Pau umgehen wollte. Ein siebenjähriger Junge wurde dabei von einem Fahrzeug der Werbekolonne erfasst und starb noch am Unfallort. Auf der Pressekonferenz nach dem Ende der Etappe sprach Tourdirektor Jean-Marie Leblanc gegenüber den Medienvertretern von einem normalen Urlaubsunfall. Das tragische Unglück wurde nur als Momentaufnahme behandelt. Die Tour wollte achtlos weiter.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Gefreut habe ich mich, dass bei der Tour nicht nur Lance Armstrong als absoluter Hauptdarsteller von den Medien gefeiert wurde. Auf der Königsetappe von Les-deux- Alpes nach La Plagne fuhr der Niederländer Michael Boogerd 80 Kilometer vorneweg und gewann vor Armstrong. Und die Reporter blieben dran. Das ist schon etwas anderes, als wenn sich die Medien in den Vorjahren von Fahrern wie Cipollini missbrauchen ließen, der am Anfang kräftig für seine eigene PR antrat, aber noch nie eine Tour beendete.

Rudi Cerne moderiert für das ZDF die Berichterstattung zur Tour de France, die am Sonntag in Paris zu Ende geht.

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