Medien : Der Tagesspiegel

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Es gibt den schönen Satz: „Die Krise als Chance nutzen.“ Worin könnte diese Chance bestehen?

Dass auch dem Letzten endlich klar wird, dass Medien nur noch wenig mit klassischem Journalismus zu tun haben. Sie sind Zirkus, Entertainment und Schmierentheater, indem es um Teppichluder, Samenraub und den Erwerb von Hehlerware geht, die Kleinkriminelle für teures Geld feilbieten: siehe das Scharping-Skandälchen.

Vieles in der Medienlandschaft hat sich verändert oder existiert gar nicht mehr. Was vermissen Sie?

„Die Woche“. Es gibt aber klassischen Journalismus noch bei seriösen Zeitungsverlagen, meinem alten Arbeitgeber, dem „Spiegel“, und bei den von Werbeetats unabhängigen öffentlich-rechtlichen Programmen. Diejenigen, die Qualität suchen, werden immer noch gut bedient.

Können Sie einem jungen Menschen guten Gewissens raten, Journalist zu werden? Wenn ja: geben Sie ihm einen Tipp.

Erstens Fachstudium. Zweitens Studium im Ausland. Drittens fit sein für Print, Radio und Fernsehen. Das macht flexibel, und man muss bei keinem Chef auf die Schleimspur gehen.

Welches Medium/welches Ressort/welche Sendung/welcher Journalist macht Ihnen im Moment Hoffnung?

Die Mischung von Professionalität und Charme bei den Kolleginnen: Illner, Maischberger.

Geht diese Krise auch wieder vorüber?

Sicher, es muss ja Platz für die nächste sein.

Ernst Elitz ist Intendant des Deutschlandradios.

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