Medien : Der Trick der SKL

Reinhard Siemes

Kann ja sein, dass Sie, von Langeweile getrieben, in die 5-Millionen-SKL-Show von Günter Jauch zappen. Hier bleiben Sie trotz des gossenhaften Geschreis der Dame Hella von Sinnen hängen. Irgendwann fordert Sie Günter Jauch auf, doch bitte 5000 Euro zu gewinnen, indem Sie zum Telefon greifen und eine Frage nach dem Motto „Wie lange dauerte der Siebenjährige Krieg?“ beantworten.

Dazu wird eine 0137er-Nummer und der Hinweis eingeblendet: „SKL, rufen Sie an.“ Die 5000 Euro kriegt natürlich ein anderer. Trotzdem sind Sie nicht allein. Nach zwei oder drei Wochen meldet sich das „5-Millionen-Team von Günter Jauch“, und fragt, ob Sie gern Kandidat für die 5 Millionen werden möchten. Sie müssen nur ein winziges SKL- Los kaufen, und schon haben Sie die Chance der Chancen.

Zuerst, aber auch später, sind Sie ein wenig verwundert. Ging es Ihnen doch allein um die 5000 Euro. An den Kauf eines Loses hatten Sie nie gedacht. Außerdem: Was haben Sie mit der SKL am Hut? Handelt es sich etwa nicht um eine RTL-Sendung? Nein, nein und nochmals nein. Sagt Frau Ingrid Haas von der RTL-Kommunikation und verweist auf den Namen der Show. Hat also die SKL Ihre Telefonnummer für die Los-Reklame missbraucht? Jein.

Sie und Ihre Telefonnummer werden von der Phonecom erfasst und an die SKL weitergeleitet. Die unterstellt Ihnen, dass Sie unbedingt ein Los kaufen möchten, um in die Show zu kommen. Nach dem Datenschutz und Wettbewerbsrecht ein Grenzfall. Für Sie als kleiner Glücksritter eine Belästigung. Die hat aber nie stattgefunden. RTL stellt nur den Sendeplatz zur Verfügung und ist außen vor. Die SKL beruft sich auf Ihr vermeintliches Interesse.

Und Günter Jauch? Der demontiert als SKL-Werber, der auch für etliche andere Produkte auftritt, sein Image vom netten Nachbarn. Momentan hält es noch. Aber irgend- wann wird er im Altenheim für Promi-Werber mit Boris Becker und Kaiser Franz sein Schicksal beweinen.

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