Der Twitter-Account @Potus geht weiter : Barack Obama geht, seine Tweets bleiben

Der designierte US-Präsident Donald Trump übernimmt den Twitter-Account @Potus und dessen zwölf Millionen Follower. Obamas Tweets werden archiviert

Rosa Feigs
Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat gern und viel getwittert. Sein Nachfolger Donald Trump macht es nicht anders.
Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat gern und viel getwittert. Sein Nachfolger Donald Trump macht es nicht anders.Foto: REUTERS

„Bye, Twitter! I’m handing over to Donald!“ Mit solchen Worten könnte sich Barack Obama am 20. Januar 2017 als 44. US-Präsident aus dem Weißen Haus verabschieden. Was geschieht aber mit über 300 Tweets und Tausenden von Retweets auf @POTUS, dem offiziellen Twitter-Account des Präsidenten? Laut einer Webseite des US-Außenministeriums sollen sie unter dem Archivnamen @POTUS44 als wichtiges Dokument der Zeitgeschichte in der Datenbank der National Archives and Records Administration (NARA) für die Nachwelt erhalten werden.

Die NARA ist als oberste Bundesbehörde der USA seit 1934 für die Archivierung der Amtsgeschäfte der US-Administration zuständig. Ihre Sammlung umfasst aktuell ein Datenvolumen von 400 Terabyte, größtenteils öffentlich zugänglich. Das Vorhaben der Amerikaner, die präsidialen Äußerungen in den sozialen Netzwerken langfristig zu sichern, ist auch eine Würdigung von Barack Obamas Vorreiterrolle in der Twiplomacy, der Twitter-Diplomatie. Nicht zuletzt dank einer ausgeklügelten Social-Media-Kampagne hatte Obama sich im Wahlkampf 2008 gegen seinen republikanischen Konkurrenten John McCain durchgesetzt. Während seiner Amtszeit verfestigte er das Bild des Präsidenten als nahbarer Typ von nebenan – so zeigte er sich mit seiner Familie, beim Basketballspielen und bei Treffen mit anderen Staatsoberhäuptern. Bis zur Einrichtung von @POTUS twitterte Obama vorwiegend über sein privates Profil @BarackObama und @WhiteHouse. Alleine sein erster Tweet über @POTUS erreichte 2015 binnen 45 Minuten 217 000 Menschen.

Heute hat der Account mehr als zwölf Millionen Follower. Der Machtwechsel bei Twitter soll reibungslos ablaufen: Obamas Nachfolger Donald Trump wird im Januar eine leere Timeline übergeben, die Follower seines Vorgängers erhält er als Antrittsgeschenk. Rosa Feigs

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