Medien : "Der Verleger": Schweigen mit Heiner Lauterbach

Thomas Eckert

Wenn es um ein Projekt wie die zweiteilige Verfilmung des Lebens des Hamburger Verlegers Axel Springer geht, dann ist es womöglich nie zu früh, die Werbetrommel zu rühren. Dachte sich die ARD und lud in das Hamburger Nobelhotel "Atlantic". Die versammelte Presse durfte sich 27 Minuten mehr oder weniger bearbeiteten Materials ansehen - nichts Fertiges, nichts Endgültiges. Aber doch etwas, um zu zeigen, wie "Der Verleger" in etwa aussehen wird, sagte die Produzentin Regina Ziegler.

Aufwand wurde getrieben, um etwas ganz Großes - "das größte Einzelprojekt in der Geschichte des NDR" (Jobst Plog) - irgendwann im Herbst auf den Schirm zu bringen. Genaueres wollte NDR-Fernsehdirektor Jürgen Kellermeier mit Hinweis auf die böse Konkurrenz nicht verraten, die ja auf die Idee kommen könnte, das Werk mit einer Quiz-Show zu torpedieren. Aber auch Kellermeier sah ein, dass der Termin für die Ausstrahlung wohl nicht bis zum Sendetag geheim gehalten werden könne.

Heiner Lauterbach, Darsteller des Axel Springer, wollte sich ebenso wenig wie NDR-Intendant Jobst Plog oder Autor und Regisseur Bernd Böhlich zur Person des Verlegers äußern. Man werde sehen. Friede Springer, die letzte Frau Axel Springers, hatte nicht beratend an dem Projekt teilnehmen wollen. Und ihren Verlag öffnete sie den Fernsehleuten auch nicht. Man sei froh, ein Budget zu haben, dass es dem Team erlaube, an Originalschauplätzen zu drehen, sagte Regina Ziegler und ergänzte, dass der Begriff Originalschauplatz nicht zwingend Ort des tatsächlichen Geschehens bedeuten müsse.

Das Lob des Budgets sei nun allerdings bitte schön keinesfalls so misszuverstehen, dass man aus dem Unendlichen schöpfen könne. Der Etat sei knallhart mit dem NDR verhandelt worden: "Wir haben um jede Mark gefeilscht." Aber ihr Vertrag verbiete es ihr, über Geld zu sprechen, sagte Regina Ziegler. Regisseur Bernd Böhlich ergänzte, dass auch er das genaue Budget nicht kenne. Jürgen Kellermeier wollte ebenfalls nicht mit den konkreten Zahlen heraus. Damit man die Produzenten besser gegeneinander ausspielen könne, wie er scherzhaft anmerkte.

Blieb der Hinweis von Regina Ziegler, dass jedenfalls Heiner Lauterbach damit rechnen könne, auch bis zum Ende der Dreharbeiten in besseren Häusern untergebracht zu werden, wenn der Rest sparen muss. Lauterbach bedankte sich mit der Bemerkung, dass er Regina Ziegler für die Kaft bewundere, solche Projekte wie "Der Verleger" in dieser "teilweise verödeten Fernsehlandschaft zu stemmen".

Die Rolle gefalle ihm, sagte Heiner Lauterbach. Auch deshalb, weil es so viel authentisches Material gebe, um sich ein Bild des Verlegers zu machen: eine dankbare Aufgabe für einen Schauspieler. Da habe er nicht lange gezögert, als ihn Regina Ziegler in Kanada angerufen habe um zu fragen, ob er die Rolle wolle. "Axel Springer und ich sind uns schon ähnlich", sagte Lauterbach, "ohne dass mir jetzt dazu etwas einfällt".

Welches Toupet er denn nach den Dreharbeiten für den Hausgebrauch behalten wolle, wurde Lauterbach gefragt. Als wäre er der Verleger selbst, der einem seiner einmal Chefredakteur "Feuer einstellen" zurief, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Keines".

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