Medien : Der "Welt"-Vize: Ohne die "FAZ" wäre die "Welt" ärmer

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"Die Welt" soll besser werden als "SZ" und "FAZ" zusammen. So versprach es einmal Springer-Vorstandschef Gus Fischer. Zumindest für die "Süddeutsche Zeitung" gilt, dass bislang keine Anzeichen darauf hindeuten, sie habe sich von dieser Ansage beeindrucken lassen. Ganz anders die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Was hier vorgeht, kommt geradezu einer feindlichen Übernahme der "Welt" gleich. Wer "FAZ" in seinem Lebenslauf stehen hat oder sich in der "FAZ"-Familie zu heimisch fühlt, hat bei der "Welt" beste Aufnahmechancen. So wie Innenpolitik-Chef Johann Michael Möller, Feuilleton-Chef Eckhard Fuhr, Außenpolitik-Chefin Hildegard Stausberg, aber auch Konrad Adam, Michael Mönninger, Uwe Schmitt oder Chefredakteur Wolfram Weimer. Auch die jüngste Neuverpflichtung kommt von der "FAZ": Carl Graf von Hohenthal.

Der 45-jährige "FAZ"-Mann, der zwölf Jahre lang in Bonn Parlamentskorrespondent der "FAZ" war und seit einem Jahr aus Berlin berichtet, wird bei der "Welt" Ralf Neubauer als stellvertretender Chefredakteur und Wirtschaftschef beerben. Was Neubauer künftig machen wird, ist zwar noch offen. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der in der Redaktion geschätzte Wirtschaftsjournalist das Blatt verlassen wird. Weimer wollte zu den personellen Änderungen am Mittwoch keine Stellung nehmen. Intern heißt es jedoch, Neubauers Herangehensweise an Themen sei Weimer wohl zu bedacht. Weimer selbst vertritt gerade bei Wirtschaftsthemen eine konsequent konservative Sicht und spitzt diese in Leitartikeln und Kommentaren auch gern zu.

Ebenfalls im Gespräch für neue Aufgaben ist Michael Inacker, Leiter des Hauptstadtkorrespondentenbüros. Springer betont, Inacker werde die "Welt" nicht verlassen. Die Gerüchte erhärten sich jedoch, wonach Inacker nicht nur in Gesprächen mit dem künftigen "WamS"-Chef Thomas Garms ist, sondern auch mit Daimler-Chrysler.

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