Medien : Deutsche Welle: Wer wird Intendant?

jbh/stg

Dieter Weirich wartet ab. Der Intendant der Deutschen Welle wartet, "bis der Rundfunkrat den Wahltermin festgesetzt hat". Erst dann, sagte Weirich dem Tagesspiegel, will er erklären, ob er für eine dritte Amtszeit als Intendant der Deutschen Welle antrete. Sein Vertrag läuft bis 30. November 2001, der Tradition nach würde im Juni gewählt. Weirich erwartet eine Termin-Festegung für Anfang 2000. Zur Frage, ob er sich eine Wiederwahl oder eine ganz andere Aufgabe vorstellen könne, sagte Weirich: "Meine Vorstellungskraft ist unendlich".

Erich Bettermann, der Bremer Bevollmächtigte beim Bund, hat einen Zeitungsbericht als "völligen Unsinn" dementiert, wonach er Intendant des Auslandssenders werden soll. Der 56-jährige Sozialdemokrat bestätigte am Montag zwar, dass er "von verschiedenen Leuten" gefragt worden sei, ob er Nachfolger von Weirich werden wolle. Da sich aber Weirich noch nicht erklärt habe, stelle sich für ihn die Frage einer Bewerbung derzeit nicht.

Sollte der Amtsinhaber allerdings ausscheiden, würde sich Bettermann in der Tat "ernsthaft Gedanken" um eine eigene Kandidatur machen. "Da bin ich aber wirklich noch unentschieden", sagte er, "und es wäre eine schwierige Entscheidung, denn mein Job in Bremen macht mir Spaß".

Bettermann ist stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der "Deutschen Welle" und saß früher zwölf Jahre lang im ZDF-Verwaltungsrat. Als Bremer Staatsrat vertritt er seit 1992 den Stadtstaat beim Bund. Vorher war er Geschäftsführer beim Bundesjugendring, Herausgeber der Monatszeitschrift "Jugendpolitik" und von 1989 bis 1992 stellvertretender SPD-Bundesgeschäftsführer.

Als weiterer SPD-Kandidat für eine mögliche Weirich-Nachfolge ist der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow im Gespräch. Eingeweihte wollen wissen, dass die Grünen ebenfalls auf die Deutsche Welle schielen. Nicht unbedingt auf den Intendantenposten, eher auf die Direktionen von Hörfunk und Fernsehen.

Weirich selbst hat noch andere Fragen im Auge. Vom künftigen Staatsminister für Kultur und Medien, Julian Nida-Rümelin, erwartet er eine "bessere Zusammenarbeit" als mit Michael Naumann. Der scheidende Staatsminister hatte sich in Weirichs Augen über seine Kompetenzen der Rechtsaufsicht und des Haushalts der Deutschen Welle hinaus in die künftige Organisation und das künftige Programm des Auslandssenders eingemischt. "Ich habe Herrn Nida-Rümelin zum 1. Januar für ein Gespräch in unserem Haus eingeladen. Und ich hoffe, er kommt dieser Einladung, anders als Michael Naumann, auch nach."

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