Medien : Deutscher Fernsehmarkt: TV-Deutschland wird immer unabhängiger

Der deutsche Fernsehmarkt macht sich vom Ausland, vornehmlich von US-Produktionen, immer unabhängiger. Allein im vergangenen Jahr sind mehr als 22 000 Programmstunden mit einem Wert von über zwei Milliarden Mark produziert worden. Noch vor fünf Jahren stammten 47 Prozent des TV-Programms aus den USA. Heute sind es knapp 35 Prozent. Das berichteten die Diskussionsteilnehmer des "deutschen Tages" zum Start der MIP-TV, der größten europäischen Fernsehmesse in Cannes.

Nach Aussage von RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler investierte RTL bis zu 2,2 Millionen Mark pro Stunde in seine TV-Movies. Auch die ARD setzt vermehrt auf Eigenproduktionen. ARD-Programmdirektor Günter Struve plant in diesem Jahr 42 neue Filme. Das Budget gehe zu Lasten des internationalen Einkauf-Etats. Bis zu 650 Millionen Mark stelle das ZDF für Produktionen pro Jahr zur Verfügung, sagte Intendant Dieter Stolte.

Jan Mojto, Geschäftsführer der Kirch Media, sieht die Zukunft eher skeptisch. Es sei noch nicht klar, ob die Programme weiterhin finanzierbar seien.

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