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"Deutschland sucht den Superstar" : Tyrannosaurus Bohlen trifft Tokio Hotel

05.01.2013 00:00 Uhrvon
Die neue "DSDS"-Jury: Dieter Bohlen (v.l.), Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel und Mateo von Culcha Candela. Foto: RTLBild vergrößern
Die neue "DSDS"-Jury: Dieter Bohlen (v.l.), Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel und Mateo von Culcha Candela. - Foto: RTL

Zum zehnten Mal startet an diesem Samstag die RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". Zum Jubiläum wird der Juror sentimental – und bekommt zur Verjüngung zwei Stars an seine Seite gesetzt.

Dieter Bohlen, der Mann, der sich gerne als Oberfiesling gibt, der seine Fans mit den gemeinsten Sprüchen abfertigt und dafür von ihnen angehimmelt wird, das blonde Gift im deutschen Fernsehen, wird plötzlich sentimental: „Es ist mein Leben“, sagt er. Was er hier so liebevoll beschreibt, ist „Deutschland sucht den Superstar“, die Castingshow auf RTL. Zum zehnten Mal startet an diesem Samstag eine neue Staffel. Grund für Bohlen, Bilanz zu ziehen.

„Es hat mich schon viele graue Haare gekostet, die ich jetzt immer wegfärben muss“, sagte der 58-Jährige dem Magazin „Closer“. Aber die Sendung mache ihm „wahnsinnig Spaß, bringt mir das Leuchten in die Augen.

“ Neun Sieger hat er bisher gekürt, aus keinem von ihnen ist ein internationaler Superstar geworden – aber das will das Publikum auch gar nicht. Das will auch Bohlen wohl gar nicht. Es geht um den Moment, darum zu verfolgen, wie aus einem Nobody für eine kurze Zeit ein Sternchen wird, das so schnell verglüht, wie es aufgestiegen ist. Und natürlich: ums Fremdschämen, wenn Kandidaten so schief singen, dass selbst unter der Dusche das Wasser vor Schreck versiegt. Leicht verdiente Quote.

Kein Wunder also, dass das Format Casting seit dem Start von „DSDS“ boomt. Gesucht werden „Supertalente“, „Supermodels“, „Superköche“, „Supertänzer“, „Superfrauen“, doch nach der x-ten Kopie von der Kopie verliert das Konzept an Reiz. Fast alle Castingshows müssen einbrechende Quoten verzeichnen, sei es das ebenfalls von Bohlen moderierte „Supertalent“, „X-Factor“ oder „Germany’s Next Topmodel“ auf ProSieben. Erreichte die erste Staffel von „DSDS“ 2003 noch durchschnittlich acht Millionen Zuschauer, sahen die jüngste Staffel 2011 im Schnitt nur noch 6,4 Millionen Menschen.

Trotz aller Rührseligkeit macht sich deshalb auch Bohlen Gedanken: „Ich denke, wir haben ein Kandidaten-Problem. Wir müssen die richtigen Typen finden“, sagte Bohlen. „Wenn wir nur langweilige, gut singende Kandidaten finden – damit kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen“, erklärte er „Closer“ den Zuschauerschwund.

„Drama, Baby“, das ist Bohlens Rezept. Auch in dieser Staffel bekommen die Zuschauer deshalb ein Best-of der peinlichsten Auftritte präsentiert, es werden Tränen fließen und Teenies kreischen, denn um wieder mehr Zuschauer zu gewinnen, hat RTL zwei Stars in die Jury geholt: Die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz von der Band Tokio Hotel. Dazu Mateo, Frontsänger der Popgruppe Culcha Candela. Erstmals sitzen damit vier Mitglieder in der Jury, erstmals keine Frau. Übernimmt Bohlen die Rolle des Einfühlsamen? Kaum.

Neu ist auch das Moderatoren-Duo. Nachdem Marco Schreyl „DSDS“ verlassen musste, führt nun Nazan Eckes durch die Show. Unterstützt wird sie von Raúl Richter, bekannt durch die Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, die er für „DSDS“ aber nicht aufgeben wird.

32 078 Kandidaten haben sich laut RTL für die Staffel beworben, die Castings fanden im Berliner Club „Felix“ statt. Die besten 20 Sängerinnen und Sänger fliegen zum sogenannten „Recall“ auf die Niederländischen Antillen, nach Curaçao. Die Besten unter ihnen dürfen dann in den Mottoshows weiter um den Titel „Superstar“ kämpfen. Bisher waren es allein die Zuschauer, die per Anruf und SMS bestimmen durften, wer eine Runde weiterkommt und am Ende siegt. Diese Regeln wurden nun geändert, da offenbar vor allem die jungen Zuschauerinnen zum Telefon griffen und fast immer ein männlicher Kandidat gewann – so wie auch im letzten Jahr der Maurer Luca Hänni. Mit Elli Erl siegte in der zweiten Staffel erst ein einziges Mal eine Frau.

Jetzt darf die Jury nicht nur die Kandidaten bewerten und empfehlen, sondern auch acht Sänger auswählen, die ihren Platz in der ersten Liveshow sicher haben. Weitere sechs Kandidaten müssen sich dem Votum der Zuschauer stellen. Im Finale im Frühsommer 2013 wird dann nicht nur um einen Plattenvertrag gesungen, sondern auch noch um eine halbe Million Euro. Ob es eine elfte Staffel „DSDS“ gibt, wird anschließend entschieden.

Bohlen ist jedoch skeptisch, was die Zukunft der Talentwettbewerbe insgesamt angeht, wie er „Closer“ sagte: „Ich denke, am Ende werden nur zwei oder drei übrig bleiben. Der Rest geht ein wie die Dinosaurier“. Mal schaun, wie lange Tyrannosaurus Bohlen überlebt.

„Deutschland sucht den Superstar“, 20 Uhr 15, RTL

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