Deutschlandfunk-Interview : Friede Springer hält an "Welt" und "Bild" fest

Friede Springer gibt nur selten Interviews. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk erklärt die Verlegerin, warum sich Springer von "Berliner Morgenpost" und "Hamburger Abendblatt" getrennt hat, aber an "Welt" und "Bild" festhält.

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Springer und Döpfner
Verleger-Witwe Friede Springer hört auf Döpfners Rat beim Blick in die ZukunftFoto: dpa

Friede Springer, Mehrheitseignerin des Springer-Verlages, will trotz Auflagen- und Anzeigenschwund am gedruckten Wort festhalten. „Wir wollen ein journalistisches Haus bleiben. Journalismus ist wichtig. Also, darum: ,Welt‘ und ,Bild‘ werden nicht angetastet“, sagte die Witwe von Axel Springer. Das Interview mit einer Länge von einer Dreiviertelstunde entstand in der Deutschlandfunk-Reihe „Zeitzeugen im Gespräch“ und wird am am Donnerstag um 19 Uhr 15 ausgestrahlt. Es steht bereits jetzt in voller Länge auf der Internetseite des Senders.

Friede Springer verteidigte in dem Gespräch zugleich, dass sich das Unternehmen von den Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ getrennt hat. „Das fiel mir dann doch schwer“, sagte Springer und erinnerte daran, dass das „Hamburger Abendblatt“ die erste Zeitung war, die Axel Springer nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet hat. „Aber ich bin so lange im Aufsichtsrat, ich sah die Auflagen der Zeitungen zurückgehen, ich sah den Gewinn zurückgehen und ich musste mich dazu durchringen.“ Sie fügte dann noch hinzu: „Aber ich habe dann doch (...) eine Träne vergossen.“

Mit Facebook und Twitter kann Friede Springer nichts anfangen

Die wachsende Bedeutung des Internets und von Social Media für den Konzern habe sie „mühsam lernen“ müssen, gesteht Friede Springer. „Aber, ich sehen den Erfolg und ich habe mich damit angefreundet, doch sehr viel im Internet nachzuschauen“. Zu Hause lese sie aber noch immer die gedruckte Zeitung. „Es raschelt so schön, man kann was rausreißen, das gefüllt mir dann doch, statt mit dem Finger übers iPad zu wischen.“ Facebook und Twitter nutzt die Verlegerwitwe hingegen nicht. „Ich möchte mich nicht immer mitteilen, wo ich bin, was ich mache oder was ich gerade esse oder mit wem ich zusammen bin, das geht niemanden etwas an.“

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