Medien : DFB-Chef klagt gegen Journalist

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Th. Zwanziger

DFB-Präsident Theo Zwanziger wird gegen den Journalisten Jens Weinreich, der ihn als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet hat, Klage erheben. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Mittwoch bekannt. Laut DFB sei „auch der letzte Versuch gescheitert, auf eine gütliche Beilegung des Verfahrens hinzuwirken“. Der freie Journalist Jens Weinreich hatte am 25. Juli dieses Jahres in dem Internet-Blog „Direkter Freistoss“ DFB-Chef Zwanziger als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet. Dabei ging es um die Zentralvermarktung von TV-Rechten.

Eine anschließende Verpflichtungserklärung zur Unterlassung dieser Äußerung unterzeichnete Weinreich nicht. Daraufhin beantragte der DFB eine Einstweilige Verfügung, doch das Berliner Landgericht und auch das Kammergericht lehnten den Erlass ab und sahen die Aussage als „zulässige Meinungsäußerung“ an. Der DFB will nun mit einer Klage im Hauptsacheverfahren diese Rechtsauffassung überprüfen lassen. Es müsse „nunmehr im Hauptsacheverfahren geklärt werden, ob der Journalist im Rahmen der Presse- und Meinungsfreiheit einen berechtigten Grund hatte, Dr. Zwanziger als unglaublichen Demagogen zu diffamieren oder ob er damit die persönliche Ehre des DFB- Präsidenten verletzt hat“, schrieb der DFB am Mittwoch.

Am Dienstag wiederum erwirkte Weinreich eine Einstweilige Verfügung gegen eine DFB-Pressemitteilung vom 14. November 2008. Darin wurden die Beschlüsse der Berliner Gerichte nicht erwähnt. Dort hieß es unter anderem, Weinreichs Kommentar sei der Beginn einer „Kampagne gegen Dr. Theo Zwanziger“. Bei dieser Kampagne habe Weinreich den DFB-Chef „ohne Anlass als ,unglaublichen Demagogen’ diffamiert“.

Weinreich hatte vor vier Monaten nach der Kartellamtsentscheidung zu der Vergabe der TV-Rechte geschrieben: „Ich (habe) schon viele Auftritte von Sportfunktionären erlebt, aber dieser von Zwanziger war einer der schlimmsten in der nach unten offenen Peinlichkeitsskala. (...). Er ist ein unglaublicher Demagoge.“ dpa/Tsp

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