Medien : „Diagramme machen Ergebnisse glaubwürdiger“

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Warum misstrauen so viele Zuschauer den TelevoteErgebnissen?

Ganz einfach: Von „Big Brother“ oder dem „Grand Prix“ her sind es die Zuschauer gewohnt, TED–Ergebnisse in Diagrammen präsentiert zu bekommen. Diesmal sagen die Moderatoren nur, wer rausfliegt. Das macht die Ergebnisse unglaubwürdiger.

Allein eine Visualisierung würde die Glaubwürdigkeit schon erhöhen?

Absolut! Auch in der Werbung wird durch Visualisierung pseudowissenschaftlicher Erklärungen Seriosität vermittelt, zum Beispiel, wenn in einem Shampoo-Spot gezeigt wird, wie sich Moleküle um die Haare legen.

Ist die Skepsis gegenüber dem Fernsehen ein deutsches Phänomen?

Die Deutschen sind den Medien gegenüber wesentlich kritischer als zum Beispiel die Amerikaner. Außerdem kosten in Deutschland die Anrufe etwas – übrigens im Gegensatz zur US-Ausgabe der Show. Da erwarten die Menschen auch eine korrekte Leistung.

Nehmen die Zuschauer das Ganze nicht ein bisschen zu ernst – es ist doch alles bloß Unterhaltung?

Fraglich ist, wie verbreitet die Manipulationsvorwürfe tatsächlich unter den Zuschauern sind. Die ersten kritischen Stimmen kamen ja aus dem Saalpublikum, was natürlich eine gewisse Selektion darstellt. Die „Bild“-Zeitung hat dann die Vorwürfe aufgegriffen. Ich bin mir nicht sicher, ob bei einer repräsentativen Umfrage wirklich so viele Zuschauer der Meinung wären, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sei.

Haben die Medien allgemein ein Problem mit der Glaubwürdigkeit?

Befragungen zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung Vertrauen in die Medien hat. So extreme Vorwürfe wie beim „Superstar“ kommen sehr selten vor. Ich glaube, die Leute entscheiden immer im Einzelfall.

Das Gespräch führte Dana Ifflaender.

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