Dianas Todesbilder : Empörung lässt britischen Sender kalt

Alle Proteste des britischen Königshauses haben die TV-Ausstrahlung der Todesbilder von Prinzessin Diana bisher nicht verhindern können.

LondonLondon - Der Sender Channel 4 blieb bei seiner Entscheidung, in der Nacht zum Donnerstag als erste britische TV-Station Paparazzi-Fotos vom Unfall Dianas vor zehn Jahren in Paris zu zeigen. Auf den Bildern ist die sterbende Prinzessin zu erahnen, obwohl ihr Gesicht unkenntlich gemacht wurde.

   Die Söhne Dianas, die Prinzen William (24) und Harry (22), seien nach der "brüskierenden" Entscheidung des Senders "äußerst enttäuscht", berichteten britische Medien. Channel 4 zerstöre damit leichtfertig "die Würde, die im Tod ist", kritisierte der Privatsekretär der Prinzen, Jamie Lowther-Pinkerton, in einem Interview der BBC. "Dies sind die letzten Momente ihrer Mutter auf Erden." Es gebe "keinerlei Notwendigkeit, diesen beiden jungen Männern durch solche Bilder Leid zuzufügen".

Legitimes öffentliches Interesse?

   Channel 4 rechtfertigte die Sendung damit, dass sie im "legitimen öffentlichen Interesse" stehe. Der Programmdirektor von Channel 4, Kevin Lygo, verglich die Ausstrahlung der Diana-Bilder sogar mit der TV-Berichterstattung über die Terroranschläge am 11. September 2001 in New York und am 7. Juli 2005 in London. Sie nicht zu zeigen, "würde einen Präzedenzfall schaffen für die Berichterstattung von Nachrichtenprogrammen über große Tragödien".

   Derweil gingen bereits vor der Sendung der Dokumentation "Diana: The Witnesses In The Tunnel" (Diana: Die Zeugen im Tunnel) bei der britischen Aufsichtsbehörde für Fernseh- und Rundfunkprogramme Ofcom etliche Beschwerden ein. Nach Angaben der Zeitung "Daily Telegraph" wird in Regierungskreisen sogar erwogen, Channel 4 Zuschüsse aus Steuergeldern für seine Programmgestaltung zu streichen.

   Der Sender ist bereits früher durch kontroverse Sendungen in die Schlagzeilen geraten. Im Januar beschwerten sich mehr als 10.000 Briten bei der Aufsichtsbehörde Ofcom wegen der "rassistischen Schikanierung" einer indischen Schauspielerin in der von Channel 4 inszenierten britischen Version der "Big Brother"-Show. Sponsoren entzogen dem Sender daraufhin Werbeverträge.

   Auf den umstrittenen Fotos, die Paparazzi am Unfallort im Tunnel unter der Pont de l'Alma in Paris gemacht hatten, ist unter anderem zu erkennen, wie ein Arzt die schwer verletzte Prinzessin mit Sauerstoff versorgt. Allerdings sind Dianas Umrisse nur zu erahnen. Diana starb kurz nach dem Unfall am 31. August 1997, bei dem auch ihr Freund Dodi al-Fayed und der Fahrer der Wagens ums Leben kamen. (mit dpa)

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