Medien : Die ARD räumt auf

Bavaria-Chef Thilo Kleine fristlos entlassen, Jürgen Emig gekündigt, Winfried Mohren in U-Haft

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Großreinemachen im Ersten? Nach den wochenlangen Diskussionen um Schleichwerbung und Schmiergelder wurden am Donnerstag wichtige Personalentscheidungen getroffen. Erster Fall: Thilo Kleine. Der Geschäftsführer der Produktionsfirma Bavaria Film ist wegen der Schleichwerbungsaffäre in seinem Unternehmen fristlos entlassen worden. Das beschlossen die Bavaria Gesellschafter (darunter vier ARD-Rundfunkanstalten) auf einer außerordentlichen Versammlung. Das Vertrauensverhältnis der Gesellschafter zu Kleine sei „so nachhaltig gestört, dass eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit nicht mehr gewährleistet werden“ könne. Dem 53-Jährigen wurde vorgeworfen, von der jahrelangen Schleichwerbung in Bavaria-Produktionen länger gewusst zu haben, als von ihm eingeräumt. Bis auf weiteres wurde dem Geschäftsführer Dieter Frank kommissarisch die Gesamtverantwortung für die Bavaria Film übertragen. Laut Bavaria wurde Schleichwerbung für fast 1,5 Millionen Euro vor allem in der Serie „Marienhof“ (80 Prozent) und in der Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ (20 Prozent) untergebracht. Die Prüfer stießen auch auf drei Fälle von Schleichwerbung beim „Tatort“. Am Mittwoch war ein Fall im Kieler „Tatort“ bekannt geworden. Studio Hamburg feuerte daraufhin seinen Geschäftsführer Frank Döhmann.

Zweiter Fall: Jürgen Emig. In der Schmiergeldaffäre um gekaufte Sportübertragungen bei ARD-Sendern hat der Ex-Sportchef des Hessischen Rundfunks jetzt ein Teilgeständnis abgelegt. Ein Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte einen Bericht, demzufolge der 59 Jahre alte TV-Journalist seinen früheren Geschäftspartner Harald Frahm belastet hat. Der Inhaber der Agentur SMP sei in Haft genommen worden. Frahm werde neben Bestechlichkeit und Beihilfe zum Betrug Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Emig sitzt weiter in Untersuchungshaft. Am Abend dann die Konsequenz: Der Hessische Rundfunk kündigte Emig fristlos.

Das droht nun auch Winfried Mohren. Der suspendierte Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks sitzt seit Donnerstag ebenfalls in Untersuchungshaft. Mohren wird – im Zusammenhang mit dem Fall Emig – Bestechlichkeit im Amt vorgeworfen. meh

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