DIE BEIDEN KONZERNE : Digitales aus Berlin, Gedrucktes aus Essen

Sein Ziel hatte Axel Springer klar vor Augen: Europas größtes Zeitungshaus wollte er bauen, als er 1946 seinen Verlag gründete. Mit der „Bild“ und der „Welt“, den Regionalzeitungen und Magazinen hat er die deutsche Medienlandschaft geprägt, gehörte aber insbesondere in den 60er Jahren auch zu den umstrittensten Verlegern. Die Wiedervereinigung Deutschlands erlebte der 1985 verstorbene Springer nicht mehr mit. Seine Witwe Friede ist heute stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende, geführt wird der Konzern von Mathias Döpfner. Er will Springer zum führenden digitalen Medienunternehmen machen. Mehr als ein Drittel von Umsatz und Gewinn geht inzwischen auf das Konto des Online-Bereichs. Mit rund 13 600 Mitarbeitern erwirtschaftete der Konzern im vergangenen Jahr 3,3 Milliarden Euro. Über Tochtergesellschaften, Joint Ventures und Lizenzen ist Springer in 44 Ländern aktiv.

Die in Essen ansässige Funke Mediengruppe hat erst 2012 ihren Namen bekommen, ihre Wurzeln gehen aber ebenfalls zurück in die Nachkriegszeit. 1948 hatten Erich Brost und Jakob Funke die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) gegründet, auf der sie den WAZ-Konzern aufbauten. Heute gehören zur Gruppe 30 Tages- und Wochenzeitungen wie „WAZ“, „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ und die „Thüringer Allgemeine“, dazu im In- und Ausland 170 Illustrierte und Zeitschriften wie „Gong“ und „Frau im Spiegel“. 6000 Mitareiter arbeiten für die Gruppe, 2011 lag der Umsatz bei 1,1 Milliarden Euro. 2012 hat Funke-Tochter Petra Grotkamp den Brost-Anteil übernommen. 2013 wurde die Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ geschlossen und 120 Stellen abgebaut. Die Zeitung existiert weiter, die Inhalte kommen von den Schwester-Blättern und Konkurrenztiteln. sal

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