Medien : Die Erklärung im Wortlaut

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Wenn in den vergangenen Jahren in Deutschland Menschen ausländischer Herkunft (…) durch die Straßen gejagt, verprügelt, getötet wurden, hat einer immer gesprochen, gemahnt, appelliert: gegen das Schweigen, gegen das Wegsehen, gegen den Rassismus. Michel Friedman hat stets Solidarität bekundet, mit denen, deren Menschenwürde angegriffen wurde. (…) Jürgen W. Möllemann hat unseren Kollegen Michel Friedman rassistisch angegriffen und verletzt. Dagegen verwahren wir uns. Um es klar zu sagen: Es steht jedem frei, den streitbaren Moderator (…) zu kritisieren (…) selbstverständlich muss es sein, dass dies nichts mit seiner Religion zu tun hat. Wer das eine mit dem anderen jedoch verquickt, argumentiert rassistisch und legitimiert Antisemitismus. Das Recht auf Kritik an der israelischen Besatzungspolitik ist unbestritten. Wer behauptet, es sei ein Tabu, diese Kritik zu äußern, verfälscht die Realität. (…) Die israelische Politik wird in den deutschen Medien ausgesprochen kritisch begleitet.

Die Wirkung der Äußerungen von Jürgen W. Möllemann ist durch seinen Hinweis auf ungeschickte Wortwahl nicht aufzuheben. Nicht die Formulierungen sind das Problem, sondern die darin zum Ausdruck kommenden Gedanken. Zu einem Zeitpunkt, an dem es in Europa wieder Anschläge auf Synagogen gibt, haben geistige Brandstifter den Zulauf, aus dem Wahlerfolge werden. (…) Wenn Menschen aufgrund ihrer Persönlichkeit an den Pranger gestellt werden, sind nicht nur sie, sondern die Demokratie selbst in Gefahr. Respektvoller Umgang miteinander ist kein Geschenk für Wohlverhalten. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Das garantiert unser Grundgesetz.

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