Medien : Die Farbe Rosa

Erich Böhmes Lieblingsfrage zum TV-Duell

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Böhme-Junkies wissen es – sie müssen auf Entzug! Denn der 72-jährige geht. Er verlässt den Schirm, talkt nicht mehr mit politischer und anderer Prominenz.

Vorher aber gibt es nochmal die volle Dröhnung. Böhme im Stundentakt: am Montag um 21 Uhr 15 auf n-tv im „Grünen Salon“und um 22 Uhr 15 bei Sat 1 im „Talk im Turm spezial“. Der Grüne Salon ganz in grünem Licht, der Talk im Turm ganz in Blau – und Böhme ganz in rosa. Nicht ganz, natürlich – aber das Hemd, das war rosa. Um 21 Uhr 15 haben wir es ganz gesehen, mit grünem Schlips (Rosa/Grün – Symbolik?!) und ansonsten oben ohne, beim „Talk im Turm“ trug er dazu eine andere, eine rote Krawatte und Sakko. Ob es wirklich dasselbe Hemd war, da müssten wir spekulieren, das wollen wir nicht, wahrscheinlich war es nur das gleiche, hoffentlich…

Böhmes eindeutige Lieblingsfrage des Abends war: Wann sind Sie denn eingeschlafen? Das bezog sich auf das TV-Duell zwischen Kanzler und Kandidat, dem er dann doch soviel Ehre erwies, dass er mit beiden Sendungen Duell-Fragen nacharbeitete – einmal die Flut und wie jetzt mit dem Schaden umgegangen wird, mit Sachsens Ministerpräsident Milbradt; und dann die Außenpolitik in Sachen Irak mit Struck, Schäuble und – Künast. Wieso Künast? Und warum dann keine FDP? Übrigens, bei den Erläuterungen der Grünen-Ministerin las Böhme gerne irgendwas oder beschäftigte sich anderweitig.

Was hat’s gebracht? Milbradt hat nochmal die CDU-Linie erläutert, die der Schadensregelung zustimmt, aber wenn die Partei an der Regierung ist, sie flugs wieder zurücknimmt, weil sie das anders finanzieren will. Das Gespräch zwischen Böhme, Ko-Moderator Heinz Eggert und Milbradt war von der Zielsetzung unklar, wirkte unstrukturiert, sodass man sich immer fragte – ja, wo wollen sie denn hin, die Moderatoren? Beim „Talk im Turm“ erklärte Böhme, ja, da habe man ja mal zwei Dinge klargestellt. Welche? Ich kann es nicht sagen – da muss ich eingeschlafen sein. Désirée Bethge

Die Autorin coacht Moderatoren und beobachtet für den Tagesspiegel Wahlsendungen.

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