Medien : Die größten Fälscher-Skandale

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Die „Washington Post“ stand zu Beginn der 80er Jahre im Zentrum eines journalistischen Skandals. Janet Cooke , StarReporterin der „Post“, verfasste eine Geschichte über einen achtjährigen, Heroin abhängigen Jungen namens Jimmy. Im April 1981, ein halbes Jahr nach Veröffentlichung, erhielt Cooke dafür den Pulitzer-Preis. Trotzdem verstummten Gerüchte nicht, die Geschichte sei frei erfunden. Die Reporterin konnte keine Beweise vorlegen und gab schließlich zu, Jimmy nie getroffen zu haben. Cooke musste kündigen, die Zeitung gab den Pulitzer-Preis zurück.

Der „Boston Globe“ verlor im Juni 1998 seine einzige schwarze Starkolumnistin, Pa tricia Smith , nachdem sie einräumen musste, dass sie Personen und Zitate erfunden hatte. Wenige Monate später erwischte es Mike Barnicle , auch er Kolumnist beim „Globe“ und noch bekannter als Smith. Barnicle hatte wie seine Kollegin eine herzerwärmende Krebsgeschichte publiziert, deren handelnde Personen bei erneuter Nachrecherche nicht aufzufinden waren.

Dem CNN-Reporter Peter Ar nett wurde eine Reportage 1998 über die US-Armee in Laos zum Verhängnis. Angeblich soll die Armee 1970 bei der „Operation Tailwind“ gegen die eigenen Deserteure das tödliche Giftgas Sarin angewendet habe. Der Enthüllungsbericht, den Arnett zwar nicht recherchiert, aber präsentiert hatte, stützte sich lediglich auf zweifelhafte Aussagen von Kriegsveteranen. Die Armee protestierte. In der Folge musste Peter Arnett den Sender verlassen.

Deutschland

1983 erlebt Deutschland seinen größten Presseskandal der Nachkriegsgeschichte: Die Hitler-Tagebücher, die die Hamburger Illustrierte „Stern“ als Weltsensation veröffentlicht hatte, waren frei erfunden. Der „Stern“ war Konrad Kujau , einem Fälscher, aufgesessen. Kujau und auch der „Stern“-Reporter Gerd Heidemann , der die Geschichte damals aufgetan hatte, mussten ins Gefängnis.

Auch Michael Born musste hinter Gitter, weil er es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. Born war Fernsehautor unter anderem für „Stern TV“. Seine Geschichten waren so abstrus, dass man sich wundern konnte, warum keiner stutzig wurde. Zum Beispiel berichtete er über ein Ku-Klux-Klan-Treffen in der Eifel, doch unter den weißen Kapuzen steckten Statisten. Im Januar 1996 flog er auf. Die nächste große Fälschungs-Affäre kostete auch die zuständigen Chefredakteuren den Job: Ulf Poschardt und Christian Käm merling vom „SZ“-Magazin. Jahrelang veröffentliche Tom Kummer im Magazin der „Süddeutschen“ besonders originelle Interviews mit US-Stars. Im Jahr 2000 stellte sich raus: Sie waren frei erfunden. Tsp

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